Der 3D-Druck Podcast von Johannes Lutz
2025-03-21: 2025-03-21 00:00:14Willkommen zum 3D-Druck-Podcast, dem Technologie-Podcast, wenn es um alle Aspekte in Sachen 3D-Druck geht. Egal ob Sie neu mit dem Thema 3D-Druck und additive Fertigung beginnen oder Sie schon erfahrener Anwender oder durchaus 3D-Druck-Dienstleister, Hersteller oder Zubehörlieferant sind. Weil es geht immer darum, ob Sie Ihren 3D-Drucker im Griff haben oder ob der 3D-Drucker Sie im Griff hat. Ich bin Johannes Lutz und ich freue mich auf diese Podcast-Folge, Weil diese Folge den Titel trägt: ‘Warum 3D-Druckteile immer brechen’, oder besser gesagt, sehr viele Bauteile immer wieder brechen. 00:00:47Und darauf möchte ich mal heute eingehen und einen etwas anderen Ansatz zeigen, der nicht nur technisch ist, sondern eher in Form von Kommunikation untereinander. Denn wer jetzt natürlich etwas stärker darüber nachdenkt und sich denkt: ‘Ja, warum brechen die?’ Ja, natürlich. Weil sie vielleicht mit dem falschen Material gedruckt worden sind, weil sie den falschen Prozess ausgewählt haben, das können Tausende von Dinge am Anfang sein. Oder auch der Unterschied, dass man vielleicht die Bauteile eher mit einem Bambu Lab gedruckt hat, anstatt mit einem Ultimaker oder einer Stratasys-Maschine, denn wir haben Erfahrungen in dem Bereich, dass Bauteile. 00:01:23Mit einem Bambu Lab zum Teil viel schneller brechen anstatt Bauteile mit einem Ultimaker und da muss man sich natürlich immer an den Kopf fassen und nachdenken, was einem jetzt wichtiger ist. Ob es jetzt Bauteile sind, die einfach viel länger halten und man einfach auch strategisch denkt oder einfach, ob man nur kurz zweckmäßig denkt und sagt: ‘Ja, dieses Bauteil will der Kunde halt und deswegen druck ich es ihm in der Hinsicht auch.’ Und da ist ganz wichtig, vielleicht die richtigen Fragen am Anfang zu stellen. Also, es gibt natürlich viele technische Gründe. Warum ein Bauteil bricht, das habe ich gerade eben ein Stück weit angerissen. 00:01:57Da gibt es vielleicht auch noch viel mehr, tiefer in die Technik reinzugehen, aber darum soll es in dieser Podcast-Folge gar nicht gehen. Sondern es geht viel eher darum, dass man Angst davor hat, dass ein Bauteil bricht. Und Angst ist im Endeffekt nichts anderes, dass wir nicht wissen, wie etwas endet oder dass wir uns unsicher sind, weil wir wollen diese Gefahr, die doch da ist, vermeiden. Und wenn es dort schon Erfahrungswerte gibt, dann ist es so, dass, Viele, die doch Teile konstruieren und so mitunter das erste Mal die Erfahrung mit 3D-Druck machen, dass die natürlich vermeiden aufgrund von von Angst, dass das Bauteil bricht. 00:02:34Aber es bricht auf jeden Fall, weil man natürlich nicht die richtigen Fähigkeiten am Anfang hatte und nicht richtig beurteilen kann oder die Erfahrungswerte hatte, wie dieses Bauteil schlussendlich konstruiert werden muss. Weil, wenn man ein Bauteil aus, ich sag es jetzt mal in Anführungszeichen, aus High Performance Stahl, Namens ST 37 nimmt, dann weiß man halt auch einfach aufgrund von Erfahrungswerte, ob dieser Halter oder diese Vorrichtung oder ob dieses Bauteil, was hier gefräst oder gedreht oder anders noch hergestellt wird, konventionell, dass das nun mal hält. 00:03:06Da muss man nicht mehr viel nachrechnen. Man weiß es einfach und im 3D-Druck hat man die Erfahrungswerte natürlich nicht. Aber auch hier, das merk ich aus der Beratung bei uns bei den Dienstleistern, da heißt es dann immer: ‘Ja, wenn der Kunde mich fragt, ja, hält das Bauteil dann auch?’ Was soll ich denn dann sagen und wie antworte ich denn darauf? Und wie, wie kann ich diese Frage sozusagen vermeiden? Das kommt natürlich immer. Und da muss ich ganz ehrlich sagen, ob das Bauteil hält oder ob das Bauteil nicht hält, dafür ist der Konstrukteur verantwortlich oder der, der das Bauteil entwickelt hat. 00:03:36Das müssen die Leute selber wissen, ob dieses Bauteil richtig berechnet wurde für ihre Anwendung oder in dem Fall nicht, weil als 3D-Druckdienstleister können sie, Wenn Sie die Fragen am Anfang nicht richtig gestellt haben, um eine Anwendung zu qualifizieren, natürlich gar nicht wissen, wo wird das Bauteil eingesetzt. Welche Kraftbelastung ist dort? Vielleicht haben Sie noch irgendeine UV-Belastung, chemische Belastung oder vielleicht ’ne hohe Temperatur. Das sind 1000 Möglichkeiten, die in Kombination zusammenkommen können, um schlussendlich dazu führen, dass das Bauteil bricht. 00:04:08Das können Sie gar nicht wissen, weil die Antwort liegt hier natürlich ganz klar. Bei Ihrem Kunden oder bei Ihrem Interessenten, also muss er das am Anfang selber wissen. Wie kommt man da am besten drauf, damit man das dann selber weiß oder sich beweisen kann? Natürlich, indem man mal ins Datenblatt reinschaut. Natürlich weiß ich auch, dass viele Datenblätter, die bei uns in der additiven Fertigung umhergeistern, ja sehr speziell sind. Aber damit wirbt natürlich auch der Hersteller oder dann auch der Dienstleister damit, womit man ’ne Richtlinie hat, in welche Richtung man geht. 00:04:40Und andererseits sollte man natürlich auch immer einen Blick darauf haben und ob es rein logisch nachprüfen. Also, Plausibilität ist hier ’ne ganz wichtige Sache. Einfach mal im Kopf nachprüfen und überschlagen, bricht das Bauteil oder bricht es nicht. Jeder kennt die Formel Sigma ist gleich F. durch A., wo man die Spannung ausrechnet, wie stark ein Material auch belastet wird aufgrund des der der Kraft und des des Querschnitts in der Hinsicht. Und das ist ein Thema, da, kommt es viel stärker drauf an, das noch mal nachzufragen. 00:05:11Also egal, ob Sie jetzt 3D-Druckdienstleister sind oder ob Sie der Anwender in Ihrem Betrieb sind und so weiter, wenn ein Kollege Ihnen sagt: ‘Ja, kannst du mir das so drucken, dass das auch hält?’ Dann haben viele immer große Augen und denken sich: ’Ha, ich wusste eigentlich, dass das nicht halten wird, aber ich mach es irgendwie trotzdem. Dabei liegt der Fehler nicht bei Ihnen. So in dem Fall liegt der Fehler bei Ihnen, weil Sie haben es einfach gemacht. Aber der tatsächliche Fehler, also die wirkliche Ursache, liegt darin, dass vielleicht Ihr Kollege, einfach das richtige Bewusstsein dafür gar nicht hat, richtig zu konstruieren oder andererseits noch mal nachzuprüfen, ob das Ganze der Kraftbelastung auch standhält. 00:05:47Und was ich mir jetzt hier noch ganz kurz notiert hab, ist da gibt es ein bestimmtes Mindset dahinter und diese Mindset-Blockade, die haben wirklich ganz viele Anwender und auch ganz viele 3D-Druck-Dienstleister, weil sie versuchen, die Verantwortung für die Anwendung zu übernehmen, was sie gar nicht können, weil, Das muss der Konstrukteur oder das Unternehmen selbst, das Sie beauftragt, übernehmen, außer derjenige sagt, er macht mit Ihnen gemeinsam ein Projekt und das müsste man einfach auch testen. Und da bitte ich Sie als Dienstleister auch ganz ehrlich zu antworten, dass dies vielleicht gut geht oder nicht gut geht. 00:06:21Und manche Dinge muss man einfach ausprobieren. Die wurden vielleicht im Vorfeld noch nicht gemacht, oder man kennt jetzt sozusagen keinen, den man dort jetzt direkt fragen könnte, der sowas schon mal gemacht hat bei uns im Netzwerk. Im 3D-Druckdienstleisternetzwerk ist es super einfach. Wir haben dort regelmäßige Gespräche gemeinsam und dort wird natürlich immer eine Frage gestellt mit: ‘Hey, hat jemand eine Lösung dafür? Hat es schon mal jemand gemacht, gedruckt? Ich hab hier ein Problem, doch ein Problem, et cetera.’ Aber dieser Fehler, dass dieses Bauteil bricht, dieser Fehler ist schon viel, viel weiter vorne passiert und dieser Fehler hat 2 wirkliche Ursachen und die haben was mit Unsicherheit und Egoismus zu tun, denn ein wirklich Großteil der. 00:07:02Gebrochenen Bauteile in der Anwendung aus den Anwendungsfällen, die ich jetzt auch ganz oft betreut habe, wenn es dann intern darum ging, Bauteile zu fertigen und so weiter, dass es ganz oft nicht am Material liegt und jetzt an der Konstruktion, sondern einfach an einem kommunikativen Problem. Ich geh es mit Ihnen mal durch, das Bauteil ist gebrochen. Was passiert dann? Dann sagt man: ‘Ja, man wusste ja nicht, dass das Bauteil bricht.’ Dann sagt der andere: ’Ja, ich hab doch in etwa gesagt, da kommt ‘ne Kraft drauf.’ Dann sagt der andere: ’Ja, Du hast mir auch nicht gesagt, wie viel. 00:07:33Dann sagt der andere wiederum: ‘Ja, du hast auch nicht gefragt, wie viel Kraft da drauf kommt.’ Ja, aber in der Zeichnung steht ja, dass man das Bauteil so fertigen soll. Also hat man es in dem Fall so gefertigt. Und hier fängt eigentlich das wirkliche Problem an, dass derjenige, der hier das Bauteil druckt und dann danach die Verantwortung übernimmt, nach der Qualifizierung der Anfrage, dass derjenige sich nicht in seinem Expertenstatus sieht und bestimmte Fragen nicht stellt. Denn es geht nicht darum, dass derjenige das auf einmal wissen kann, wie man das vielleicht seither im Studium für andere Fertigungsverfahren kennengelernt hat, sondern der weiß es einfach nicht. 00:08:07Und woher soll er es auch wissen? Man muss ihn einfach fragen und die Antwort aus ihm herausarbeiten, wenn man das so sieht. Sie sollten also nicht die Baggerschaufel mit all der Erde über der Person auskippen, wie toll 3D-Druck ist, sondern sie sollten, wenn man es genau nimmt, liebevoll an ihm baggern und die richtigen Fragen stellen. Das heißt, dass sich meistens, der 3D-Druck-Dienstleister oder auf der anderen Seite halt der Anwender für 3D-Druck im Unternehmen gar nicht traut, ’ne Frage zu stellen, weil er immer noch so in diesem Überzeugungsmodus drin ist in der Hoffnung, trotzdem das Bauteil drucken zu können und so weiter. 00:08:43Und auf der anderen Seite ist der Konstrukteur oder der Entwickler, der das Bauteil erstellt hat und dann in Auftrag gibt. Der tut so, als würde er das natürlich wissen, gibt aber nicht zu, dass er hier, Auch eine große Unsicherheit hat und zugleich auch noch ein riesengroßes Ego. Und das kommt mir immer wieder so vor in den Unternehmen, dass man das einfach nicht zugeben kann, dass man das nicht weiß und dass man auf viele Personen gar nicht zugeht und sagt: “Mensch, ich habe hier das Bauteil, ich möchte es gerne.” 00:09:14So gedruckt haben, aber ist mir wichtig, dass das auch hält. Wie gehe ich denn da am besten vor? Wie soll ich das konstruieren? Wenn natürlich die Frage von Seitens des Konstrukteurs schon kommt, heißt ’ne gute Kommunikation. Wenn aber von Seiten des Fertigers, also des Anwenders, nicht mal die Nachfrage kommt mit ’Was kommt denn da für ’ne Kraftbelastung drauf? Was ist denn das für ‘ne Anwendung? Wo wird die eingesetzt?’ und so weiter und so fort, dann ist doch der erste Fehler am Anfang schon gemacht, dass man das Bauteil druckt, dann bricht das Bauteil und danach heißt es so viel wie, Ja, das funktioniert bei uns nicht. 00:09:453D-Druck funktioniert bei uns nicht. Die FDM-Teile sind immer und überall gebrochen und alles, was mit 3D-Druck zu tun hat, ist auf einmal schlecht. Das ist so, wie wenn Sie einmal eine schlechte Pizza gegessen haben und sagen, alle Pizzabäcker auf der ganzen Welt machen. machen schlechte Pizzas und das ist ’ne Mindset-Blockade, weil man natürlich sich einerseits nicht Fragen traut, weil man glaubt, dass der andere darauf vielleicht komisch oder pampig antwortet und auf der anderen Seite denkt man, ja, man müsste es ja wissen, obwohl man es gar nicht weiß. 00:10:17Also, das ist meistens ein ganz, ganz großer Ursprung für das Brechen von Bauteilen und natürlich sagen jetzt auch einige Dienstleister, ja, aber so viele Bauteile brechen bei mir gar nicht, Weil ich hab ja kaum eine Reklamationsquote und dann kann ich mal ganz ehrlich zu Ihnen sein, wenn man wirklich seine Kunden anruft und man eigentlich über Monate keine keine weitere Anfrage oder keinen Auftrag mehr bekommen hat, dann liegt es nicht daran, dass Ihre Reklamationsquote niedrig ist, sondern derjenige hat halt einfach nicht zugegeben, dass das Bauteil gebrochen ist und bestellt deswegen auch nicht mehr. 00:10:49Und der Anwender in der Firma, der der anderen Abteilung vielleicht was gedruckt hat, oder der Dienstleister, der was gedruckt hat, der traut sich auch nicht anzurufen und nachzufragen, weil er immer noch die Sorge hat, dass das Bauteil vielleicht doch nicht gepasst hat. Dabei wäre es extrem wichtig, dort anzurufen oder nochmal nachzuhaken oder ’ne kurze Besprechung zu machen, um zu fragen: Was können wir denn an den Bauteilen verbessern? Was braucht ihr denn? Braucht ihr ein anderes Material? Oder intern einfach ein paar Regeln festzulegen, wie man schlussendlich dort auch, Konstruiert. 00:11:20Also, das wollte ich Ihnen mitgeben in dieser Podcast-Folge ‘Warum 3D-Druckbauteile immer wieder brechen’. Es ist ein riesen Kommunikationsthema. Ganz oft liegt es nicht nur an der Technik. Also, trauen Sie sich ruhig doch, die richtigen Fragen zu stellen. Und wenn Sie jetzt dort all die anderen Fehler, die da noch mitschwingen und die dort ganz oft mitgetragen werden, dass man sich dort im übertragenen Sinne ’ne Bombe ins Haus legt, die dann nach mehreren Wochen danach hochgeht und man weiß nicht genau, wann und wo. Und das Schlimmste ist eigentlich, wenn die Bombe beim Kunde hochgeht, in der Hinsicht, dass das Bauteil dann bricht, weil dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen und man muss das Problem wirklich lösen. 00:11:57Dann hat man nämlich nicht nur sich selbst verunsichert, dass solche Bauteile brechen und man glaubt immer. Jedes Bauteil, was dann irgendwo beim Kunden da draußen ist, ist ein Risiko. Sondern der Kunde ist auch verunsichert, wenn er rauskriegt, das Thema, die Bauteile sind 3D gedruckt und im Endeffekt ist es nicht richtig designt worden. Oder es wurde am Anfang nicht klar kommuniziert, was für eine Aufgabe dieses Bauteil hat. Es gibt dort auch einen kleinen Trick, den kann ich Ihnen aber dann in der Beratung verraten, wenn Sie immer wieder, An die ähnlichen Probleme kommen, dass ein Bauteil bricht, dass der Kunde sich vielleicht nicht mehr zurückmeldet oder die andere Abteilung nicht mehr zurückmeldet, dann liegt es meistens nicht an so großen Technikthemen, sondern an eher Themen, die nicht so richtig kommuniziert werden, weil alles, was sozusagen falsch kommuniziert wird oder gar nicht kommuniziert wird, kann automatisch schon mal gleich falsch verstanden werden. 00:12:48Also, wenn Sie das Thema auch lösen wollen und Sie, Viel entspannter schlafen möchten und andererseits keine Sorge mehr haben oder Anspannung, ob die Teile jetzt gepasst haben, dann tragen Sie sich einfach bei uns für ein kostenfreies Erstgespräch ein. Dann schauen wir uns an, was bei Ihnen genau die Problematik ist und dann können wir die auch gemeinsam angehen und lösen. In diesem Sinne, machen Sie es gut und bis zur nächsten Podcast-Folge.