Der 3D-Druck Podcast von Johannes Lutz
2024-09-06: 2024-09-06
00:00:15: Speaker 1Willkommen zum 3D-Druck Podcast, dem Technologie-Podcast, wenn es um alle Aspekte in Sachen 3D-Druck geht. Egal ob Sie neu mit dem Thema 3D-Druck und additiver Fertigung beginnen, erfahrener Anwender sind oder sogar 3D-Druck-Dienstleister, Hersteller oder Zubehörlieferant, weil es geht immer darum, ob Sie Ihren 3D Drucker im Griff haben oder ob der 3D Drucker Sie im Griff hat. Ich bin Johannes Lutz und ich freue mich auf diese Podcastfolge, weil diese Podcastfolge den Titel trägt: ‘Ist F.D.M. für Serienproduktion geeignet?’ Das ist ’ne Interviewfolge, da freue ich mich ganz besonders drauf und wir werden in dieser Folge wirklich alle Blickwinkel in Betracht ziehen, um diese Frage auch beantworten zu können.
00:00:55: Speaker 1Also egal, ob Sie selbst aus der 3D Druckbranche sind, Ihr, Ihre Ihre eigene Meinung haben oder oder gespannt auf das Interview sind, bleiben Sie auf jeden Fall dran, denn ich sprech mit jemand, der auch Kunde bei uns ist, der das Thema vollkommen durchdrungen hat und wie kein anderer, bezogen auf Automatisierung, Anzahl der Teile und Umsatz wie auch Gewinn, hier nicht seine Meinung, sondern ganz klar Erfahrung mitgeben kann. Also, dranbleiben lohnt sich und mein Interviewpartner ist Eduard Siemens von Evoke.
00:01:25: Speaker 1Eduard, du grinst richtig, freue mich richtig, dass du da bist. Ja, hallo, stell dich doch mal in ein, 2 Sätzen doch doch bitte kurz vor. Wer bist du, was machst du, was hast du damals gemacht? Vielen Dank, Johannes, für die für die tolle Einleitung. Ich bin Eduard Siemens, glücklicher Familienvater von 2 Jungs, glücklicher Ehemann und der Geschäftsführer der Firma Evoke G. M. B. H. und Co K. G. Evoke, ist ganz klassisch Lohnfertiger im 3D-Druckbereich.
00:01:56: Speaker 1Wir sind 3D-Druck-Dienstleister und beraten unsere Kunden zum zu den Fragen rund ums den Bereich 3D-Druck. O.
00:02:04: Speaker 2K. O. K., also danke für deine Vorstellung. Jetzt, bevor wir einmal in das Thema 3D-Druck und Serienfertigung gehen, hast du mir ein paar Zahlen, um erstmal beweisen zu können, dass dass du da was machst in dem Fall, ne? Natürlich, also der der Beste, das Beste ist ja immer der Beweis zu bringen und ich weiß da schon vieles, aber vielleicht kannst du mal drauf eingehen, wie viel Tonnen ihr so verarbeitet, wie viel Drucker ihr habt, vielleicht hast du ein paar Zahlen, die du mir geben kannst.
00:02:33: Speaker 1Natürlich, in erster Linie verarbeiten wir hauptsächlich Filament, wir haben F.T.M. Maschinen, wir haben zu Höchstzeiten 90 Maschinen im Einsatz gehabt, viele automatisiert, wenige nicht automatisiert, gerade die größeren Maschinen, waren bei uns nicht automatisiert. Umsatz an Tonnen, das waren 1,3 Tonnen pro Monat, das konnten unsere Maschinen ganz, ganz problemfrei fertigen und je nachdem, wie die Maschinen eingestellt sind, konnte man mal mehr, mal weniger fertigen, das ist gar kein Thema, ne.
00:03:09: Speaker 1Und unser unter uns unsere Unternehmung, wir sind da zu dritt, wir sind 3 Mitarbeiter, wir haben, eine eine hervorragende Dame in der Qualitätssicherung und in der Nacharbeit. Wir haben einen hervorragenden Techniker an den Maschinen, der mir dann bei den Projekten aushilft und meine kleine Wenigkeit, die dann die sich um die Aufträge kümmert.
00:03:30: Speaker 2Genau, O. K., also 90 Drucker hast du gesagt, 1,3 Tonnen im Monat, die meisten sind automatisiert, wenn du von größeren Druckern sprichst, was sind das für welche, von der Größe her jetzt hat Bauvolumen.
00:03:42: Speaker 1Genau, um jetzt hier keine Werbung zu machen, wir haben eine Big Rep G2, OK, die hat ein Bau Bauvolumen von einem Meter, 50 Zentimeter, 50 Zentimeter, dann in die Höhe und wir haben 6 Retrics, das ist eine spanische Maschinen, die man dann selber aufbauen darf. Als Kit kauft man die ein und die ganze Elektronik und Software muss dann im eigenen Haus entwickelt und installiert werden. Genau.
00:04:07: Speaker 2Wie viele Kisten von Bauteilen hast du dann da so, was sind das für, wie viel Kisten sind das bei 1,3 Tonnen im im Monat.
00:04:13: Speaker 1Ja, Johannes, wir hatten ja vorher schon drüber gesprochen, wir haben aufgehört, die Kisten zu zählen, wir zählen nur noch Transporter. Das sind schon sehr, sehr viele Kisten. Wir haben jetzt in den letzten dreieinhalb Jahren, man bedenkt, wir sind mit einem, mit einer Maschine auf dem Dachboden angefangen, wir haben jetzt knapp ’ne halbe 1000000 Teile gefertigt, nur mit F.
00:04:35: Speaker 2D. M. Das ist schon Wahnsinn, ja, ja und ich habe auch die Teile gesehen und ich sehe auch immer wieder, du schickst mir ab und zu mal auch so Fotos, was an Kisten denn so rausgeht und so weiter. Das sind nicht nur kleine Teile, die so jetzt Daumengröße haben, sondern es sind auch manchmal Teile, die sind, die sind, ich sag mal, so, so fast so groß wie ’n Bierkasten, manchmal, ne, richtig, oder ’ne ’ne etwas größere Schuhschachtel, so, so in dem Fall. Also es sind nicht immer nur kleine Teile, sondern es sind auch große Teile, die auch einiges an Volumen mitbringen zum Drucken. Ja, ja und das sind jetzt einfach nicht frei erfundene Dinge, sondern du hast mir das auch nachgewiesen auf deinem Dashboard, weil die Automatisierung, du trackst die Sachen mit, du siehst das Ganze, du hast das Ganze automatisiert, da können wir nachher mal noch kurz drüber reden, wo woher du da eigentlich kommst, weil das ganze Thema Produktion ja ’n riesen riesen Thema auch aus deiner Vergangenheit ist.
00:05:24: Speaker 2Ne, ja, ja, Genau, und natürlich, wir haben dir auch zweimal den Award verleihen können. Da warst du auch ganz stolz damals, ne, den silbernen Award.
00:05:34: Speaker 1Ja, da sind mir auch die die Tränen geflossen, als ich den dankend angenommen hab.
00:05:38: Speaker 2Richtig, es war ein geiler Moment, weil da kannst du vielleicht nachher noch kurz drauf eingehen, wie das damals am Anfang war und wie du dein Unternehmen dann entwickelt hast und wie du da vorangekommen bist. Das war also wirklich eine starke, starke Sache. Ich bin da auch selber sehr stolz drauf, dass du, doch zu Gas gegeben hast. Ne, mal zur zur nächsten Frage, wie kam es dazu, dass du heute von diesen Zahlen jetzt auch berichten kannst? Also vielleicht kannst du da mal noch kurz drauf eingehen.
00:06:04: Speaker 1Genau, ich, ich ruder ein bisschen zurück, damit man versteht den Hintergrund von uns, von meinem persönlichen Werdegang mitbekommt. Nach dem Abitur wusste ich nicht richtig, was ich machen sollte, hab dann mich für eine Lehre entschieden und bin gelernter Chemikant, hab dann auch hervorragend die die Ausbildung abgeschlossen, die dauert in der Regel dreieinhalb Jahre. Johannes, du, ich hab es dir gezeigt, die haben wir auf zweieinhalb Jahre verkürzt und im letzten Ausbildungsjahr habe ich eine Sondervereinbarung in einem Konzern bekommen, was auch sehr, sehr unüblich ist und war dann voll integriertes Produktionsmitglied und hab dann einfach verstanden, chemische Industrie, Industrie in der Großfertigung, das ist mein Ding, das macht mir Spaß, das macht mir Freude.
00:06:50: Speaker 1und hab dann neben meiner, neben meinem Hauptberuf in der Vollconti Schicht, hab dann mein Studium begonnen zum Produktionsingenieur Schwerpunkt, Wirtschaftsingenieur Schwerpunkt Produktionstechnik, genau.
00:07:05: Speaker 2Und da ist auch so dieses Thema menschenzentrierte Produktion, das ist immer wieder so ’n Stichwort, was du da sagst.
00:07:11: Speaker 1Richtig, menschenzentrierte Produktion, was mein ich damit? Ich finde es schlimm, wenn, der Mensch am Ende nur noch eine eine Zahl auf ein Blatt Papier in der Kalkulation im Controlling ist und er nur noch zum Mittel, zum Zweck verwendet wird, weil der Unternehmer seine Prozesse nicht automatisieren will und wissentlich die Menschen verheizt. Ne, und diesen Anspruch hab ich dann, ich hab das gesehen, wir waren auch im, ich war 6 Monate in der bei der Sleep ID, wir haben 4 Ikea Kisten und Decken gefertigt, wir haben da 2 Standorte in der Ukraine betreut,
00:07:48: Speaker 1Und was da natürlich mit den Menschen ja unter unter der Hand passiert, das ist jenseits von Gut und Böse, ne, ne, dass die dann 6 Stunden, 6 Tage die Woche, 12 Stunden arbeiten müssen, weil sie das Personal nicht bekommen, weil die Maschinen laufen müssen, weil die Stückzahlen erfüllt werden müssen. Ansonsten wird man sanktioniert von Ikea. Ja, man hat ja, man hat ja Verträge. und man sitzt hier bequem in Deutschland im Office, hat keinen Bezug zu den Mitarbeitern und wenn man dann vor Ort war und die Menschen sich angeschaut hat, dann hat das einen schon betroffen.
00:08:22: Speaker 2Ja, ja, und das war ja bestimmt auch so der Grund, dass du gesagt hast, wenn du noch mal was mit Sachen Produktion machst, willst du es anders machen, besser machen, ne, in dem Fall. Und wie bist du denn dann zum 3D-Druck gekommen? Wie war so die Geschichte dann.
00:08:36: Speaker 1Genau, 3D-Druck kannte ich gar nicht. Ich 3D-Druck war für mich, Ende Ende 2020 ein Thema, nachdem man irgendwie hat sich das 3 D Druck ist ja meines Wissens salonfähig seit 2010 2011, wo dann im Groben die die Patente dann alle ein bisschen lockerer wurden und die Leute dann ausprobieren am Ausprobieren waren. Dann bin ich da drauf gestoßen, hab hab dann einfach geguckt, OK, welche Maschinen gibt es, welche Maschine möchte ich mir zum Anfang kaufen,
00:09:08: Speaker 1bin dann auf Prusa gestoßen, hab mir dann im Dezember 2020 eine Prusa-Maschine als Kit gekauft, hab die dann zusammenbauen dürfen und dann fand ich das genial, dass man aus dem Nichts Teile fertigen darf und und so ist das dann auch entstanden mit mit der Idee, dann ging das ganz schnell, alles ne und dann hab ich gesehen, OK, als Production Specialist bei der Firma Kulimeter durfte man sich dann einigen und dann hat man.
00:09:38: Speaker 1hab ich mir sagen lassen, hey Eduard, das was ich für andere mache, das kann man auch für sich selbst machen. Dann sind wir 2021 Januar komplett in die in die All-In gegangen, mit all den Verpflichtungen, die man als Familienvater hat, Kinder, Frau, Haus und und dann das ganze Umfeld. und es war ’ne sehr, sehr spannende Zeit, tatsächlich.
00:10:02: Speaker 2Das glaub ich dir. Ja, das war ja auch so der Zeitpunkt, wo wir uns dann ja auch dann auch getroffen hatten in dem Fall. Und du hast mir auch mal Bilder per WhatsApp geschickt, wie du damals da in dieser Dachschräge dort oben auch gesessen bist. Ja, das kann man ja auch wirklich so sagen, ne? Und du hast auch großartig was daraus gemacht in dem Fall, ne? Jetzt haben wir natürlich auch 1 gemacht, du hast vor dieser Podcastfolge, die wir jetzt aufgenommen haben oder die wir jetzt gerade aufnehmen, hast ja auch ein LinkedIn Post gemacht mit der Frage, ist F.D.M. für Serienproduktion geeignet, was kann man denn da verantworten.
00:10:35: Speaker 1Also ja, das das war ein ganz spannendes Thema. Ich hab dann irgendwann aufgehört, finale Fragen zu stellen, die man nur mit Ja und Nein beantworten darf. Dann hab ich offene gelernt, offene Fragen zu stellen. Ist F.D.M. für die Serienproduktion geeignet? Und da fängt ja, fängt ja schon das Verständnis in der Frage an. Ja, ist, F.D.M. eine Serienproduktion, Type ist oder darf F.D.M. als Serienproduktionstype gesehen werden oder ist F.D.M.
00:11:07: Speaker 1für die Serienproduktion ergänzend da? Ja, dass man da, dass dass diese Technologie da unterstützend unter die Arme greift und je nachdem wer wie was verstanden hat, gab es dann auch unterschiedliche Antworten.
00:11:19: Speaker 2Ja, ja, ja, also ich, ich, ich hab mir da ein paar so.
00:11:23: Speaker 1so Zitate rausgeholt, ne, ich möcht jetzt aber auch keinen nennen in dem Fall, sondern ich glaub, die meisten haben einfach einfach gesagt, es geht nicht, ne, ich glaube auch, das sind die meisten, die es auch noch nie ausprobiert haben.
00:11:34: Speaker 2Es kam natürlich auch viel Zustimmung, aber eines ist ganz klar herauszusehen, jetzt bei all denen, die sich, die ’n bisschen mehr Verständnis davon haben, wissen einfach, es ist abhängig von der Anwendung, abhängig von dem Anwendungsfall, von den Bedingungen, die dahinter stecken und so weiter. Man, man, man kann es jetzt nicht auf eines pauschal zurück zurückziehen.
00:11:56: Speaker 1Ne, korrekt. Also es, ich durfte 3 Gruppen identifizieren. Ich durfte die Experten identifizieren, die einfach genau das in Abhängigkeit gezogen haben. Das muss dann Bauteil bauteilnah geprüft werden, ist das, ist das geeignet oder eben nicht. Dann gab es diejenigen, die mit F.D.M. nichts zu tun haben und auch diese Technologie als Hobbytechnologie abstempeln, und ganz viel Zuspruch haben wir von Mitstreiter, F.D.M. Mitstreiter, die eigene Printfarben bekommen haben. Die haben gesagt, natürlich ist das möglich, wir machen ja nichts anderes.
00:12:30: Speaker 1Klar, bestellte eine Kunde 1000 Teile und für ihn war es das für für das ganze Jahr, aber wir machen das ja jeden einzelnen Tag und unsere Maschinen laufen ja jeden einzelnen Tag und, wir verdienen so unser Geld und für uns ist das ’ne Selbstverständlichkeit und das, das, das ist das, was wir auch nach außen kommunizieren dürfen und wollen.
00:12:50: Speaker 2Ja, ja, ja, du hast mir auch einige Bilder gezeigt von von deiner Fertigung und das, das sieht auch sehr nach Serienproduktion aus und es ist auch nicht so, dass du jetzt ’n paar Drucker hast, haben wir ja am Anfang schon gesagt, wo du, wo du ’n bisschen was machst, sondern da läuft richtig was durch bei dir. Also, als ich das gesehen hab und du hast es auch softwaretechnisch und so weiter auch alles abgestimmt, da können wir nachher noch ein, 2 Punkte vielleicht ansprechen, was du auch gerne sagen möchtest in dem Fall. Aber warum glaubst du, sehen viele F.D.M.
00:13:21: Speaker 2nicht als serientauglich und was ist eigentlich die Wahrheit dahinter.
00:13:26: Speaker 1Ah, das ist ’ne gute Frage. Im Grunde ist jedes einzelne Teil, was qualifiziert von vornherein qualifiziert ist für die F.D.M. Serien, tauglich. Da muss aber der der Kunde oder derjenige, der ein gewisses Anliegen hat, auch offen der Technologie gegenüber sein und auch der Beratung offen sein. Ja, weil wenn wir, wenn wenn wir dann mit einer konkreten Anfrage kommen bekommen und dann sagen, hier so und so sieht das Teil aus und wir dann auch Optimierungen vornehmen möchten, dann muss das auch willentlich auch von Seiten des Kunden passieren, weil.
00:14:08: Speaker 1wenn, wenn wir keine Zustimmung bekommen, dann kann auch nichts passieren.
00:14:11: Speaker 2Ja, ja, ja, also Vertrauen in die Technologie, so kennt man seine Anwendung und wenn man es mal einfach sagt, so geistige Flexibilität fehlt, fehlt vielen auch so diese verhärtete Denkstruktur, die dahinter steckt.
00:14:24: Speaker 1Genau, weil wenn, wenn der Kunde dann tatsächlich merkt, um jetzt einfach ein Beispiel zu nennen, ich greif da jetzt ein bisschen vor, wir haben, wir haben, Kartoffelkegel gedruckt. Kartoffelkegel, was ist das? Es gibt Anlagen, einmal im Jahr dürfen Kartoffeln halbiert werden für für die Landwirte und die werden als Setzlinge platziert. Und diese Maschine, die die Kartoffeln halbieren, da laufen die Kartoffeln in so Fugen und die Fugen bilden dann die Kegel, wo die Kartoffeln dann geführt werden und dann unter Messer kommen.
00:15:02: Speaker 1Und, Ursprünglich sind diese Teile in Spritzguss und man hat ja ganz normal auch Verschleiß, weil nicht nur eine Kartoffel auch mal geschnitten werden darf, sondern auch Steine und die, die dann die Wellen dann auseinander gehen, die Gespritzgussteile, die dann nur gesteckt zum Teil geklebt sind, dann aufplatzen und so weiter und dann hat man Stillstand und verliert dann in in mehreren Minuten Tonnen an Durchsatz. Da kam der Kunde auf mich zu und hat gesagt, können wir da was ändern? das Ersatzteil, der der kolikegel kostet 21€ Wir haben uns das angeschaut, wir sind in der Lage, die für 11,00€ zu fertigen und man hat auf einmal sehr, sehr viele neue Vorteile gewonnen.
00:15:43: Speaker 1Dadurch, dass man, dass du, dass die Kartoffelkegel nicht mehr gesteckt werden mussten, sondern auf die Welle fest stramm durchgezogen wurden und nicht halbiert waren, war die Welle deutlich stabiler. Dass, wenn ein Stein durchgegangen ist, die Wellen sich nicht verbogen haben. Man hatte in diesem Jahr, keine Störung aufgrund der Kegel gehabt und weil Steine irgendwie, sondern das waren dann mechanische Probleme am Motor, an der Kette, aber diesmal, das war das erste Jahr, an dem sie, an dem sie im Rekordgeschwindigkeit 5000 Tonnen Kartoffeln geschnitten haben und das anhand der Kegel.
00:16:22: Speaker 2Wahnsinn, und diese Kegel habt ihr gedruckt und im Vorfeld, genau geprüft, wie er das im Endeffekt macht.
00:16:28: Speaker 1Richtig, und das Besondere ist, die Kegel haben wir in P. L. A. Gedruckt.
00:16:34: Speaker 2Hater würden dem Ganzen jetzt wiederum nicht glauben. Ja, also ihr habt die in P. L. A. gedruckt, die sind heute noch im Einsatz.
00:16:42: Speaker 1Die sind heute noch im Einsatz, die werden auch morgen noch im Einsatz sein.
00:16:45: Speaker 2Und da gibt es auch ’ne tolle Pressemeldung von dir. Also jeder, der das nachgoogeln möchte, da gibt es ’ne Pressemeldung, Die Pressemeldung heißt, glaub irgendwie so viel: Was hat 3D Druck mit einer Kartoffel zu tun? Richtig, also die Überschrift, die triggert natürlich absolut. In dem Fall, aber danke, dass du die die Anwendung da auch jetzt so speziell mit uns doch auch teilen konntest. Ne, jetzt, wie definierst du denn eine Serie im 3D Druck für F.D.M.? Wie siehst du das denn.
00:17:17: Speaker 1Ja, für mich, für mich ist das, für mich ist Serienfertigung auch eine Definitionssache. Ja, wenn man, wenn man jetzt nach Wikipedia geht, ist eine Serie schon ab Stückzahl 2 und für mich, für mich ist eine Serienfertigung, wenn der Prozess wiederholbar ist und man und je nachdem, wenn man jetzt die Teile in den Vordergrund stellt, dann ist das eine Sache, wenn man, wenn man den den Prozess in den Vordergrund stellt, dass man den Prozess.
00:17:48: Speaker 1immer wiederholt und das unabhängig ist von dem Output, was wir rausholen. Das ist ja der charmante Vorteil an 3D-Druck. Wir sind nicht an einem spezifischen von einem spezifischen Produkt abhängig. Wenn ich sage, wir drucken Sterne und dann drucken wir Dreiecke und dann drucken wir Vierecke, das ist für den Drucker komplett egal. Und wenn wir dann sagen, wir fertigen Teile und bezieht das dann auf den 3D-Drucker, der den, wo der Prozess eigentlich, der Identische ist, für mich ist das die Serienfertigung im FDM 3D Drucker.
00:18:21: Speaker 2Ja, weil es gibt ja auch Teile, die haben ’ne ganz besondere Geometrie, die lassen sich aber genauso toll in Serie drucken wie ’n Bauteil, was nur ’n Zylinder ist im FDM. Und da hast du mir ja auch schon viele Bauteile auch durchaus gezeigt, wo du durchaus sagst, ja natürlich, wir packen es da drauf und dann, weil der Drucker es einfach kann und macht, schlussendlich. Ja, man muss aber auch dazu sagen, ich hab das Thema auch etwas, etwas genauer recherchiert. Es steht im Internet auch sehr viel Müll über Serienfertigung im 3D-Druck, weil 2 Dinge nicht betrachtet werden.
00:18:54: Speaker 2Erstens, die Technologie und zweitens, was für ’ne Anwendung steckt dahinter? Richtig, ne, wenn die 2 Dinge richtig kommuniziert werden und qualifiziert werden, dann kann man schon ’ne Aussage treffen, ob Serienfertigung in dem Fall Sinn macht und wie man ’ne Serie halt auch von der Stückzahl definiert. Weil, Ihr habt auch immer wieder mal Tausender Serien, Fünfhunderter Serien, auch mal nur Hunderter Serien. Was ist so die größte Serie, die ihr hattet bisher.
00:19:21: Speaker 1Ein einziges Bauteil, 10000 Mal, das war die größte Serie, die wir gefertigt haben.
00:19:26: Speaker 2O.K., die hast in 2 Tagen fertig gehabt, oder? Ja, 33 Es ist so, es ist so absurd, wenn man, wenn man weiß. wie deine Automatisierung dort in in der Firma sozusagen ja zusammengebaut und definiert worden ist und wie das alles läuft. Ne, du, du hast da in Spitzenzeiten 90 kleine Helfer gehabt, die einfach verdammt guten Job gemacht haben. Ja, welche Bauteile sind denn für für F.D.M.
00:19:58: Speaker 2in Serie geeignet? Wir hatten, ganz kurz gesagt, du hast dieses Kartoffelthema gebracht, aber kann man das ein bisschen festmachen, so ein paar Größen, wo du sagst, du hast ja so ein Blick irgendwie drauf oder so.
00:20:10: Speaker 1Ja, es gibt, es gibt Dinge, die funktionieren und andere, die funktionieren eben nicht, das, das weiß man recht früh und wenn man die Bauteile sich anschaut und und jetzt rückblickend auf die dreieinhalb Jahre, wissen wir auf jeden Fall, dass FTM-Teile meistens maßgeschneiderte FTM-Lösungen on demand sind, also auf Bedarf. Und im Schnitt benötigt ein Bauteil sechseinhalb Stunden.
00:20:40: Speaker 1Das ist so der der gute Schnitt für für ein Bauteil. Jetzt bei uns nach nach einer halben 1000000 Teile können wir das eigentlich auch gerne so sagen, sechseinhalb Stunden und dementsprechend muss dann auch alles drumherum so, ausgelegt werden, dass die Maschinen kontinuierlich durchlaufen können, ne.
00:20:58: Speaker 2Ja, genau.
00:20:58: Speaker 1O.
00:20:59: Speaker 2K., aber dass du jetzt so ’ne ganz spezielle Blickweise hast, sagst du, dieses Bauteil ist geeignet oder nicht, das machst du voll abhängig von der Anwendung, wie der Kunde auf dich zukommt.
00:21:10: Speaker 1Genau, was für mich im Endeffekt auch entscheidend ist, wie viel Arbeit haben wir auch mit Teilen, ne? Weil wenn, wir sind ja auch limitiert an Menschenkraft und wie ich da schon gesagt hab, menschenorientierte Produktion bedeutet auch, dass die Maschinen für den Menschen arbeiten und nicht genau andersrum. Und wenn Teile nicht intelligent gedruckt werden und man nehmen wir mal an, wir haben eine Druckzeit von 3 Stunden und wir müssen 2 Stunden des Teil nacharbeiten, das ist dann nicht zielführend.
00:21:41: Speaker 1Absolut ja genau ja und so werden so werden dann halt Aufträge qualifiziert und bewertet und Teile auch, potenziell auch angepasst.
00:21:49: Speaker 2Ja, was mir aber extrem noch auffällt, das ist vielleicht ’ne Frage, die ich jetzt auch gern noch zwischenrein schiebe, hier ist, du hast vorhin gesagt, ihr seid hauptsächlich die Fertiger, aber du berätst auch viel, merke ich. Und was, was ganz oft falsch verstanden wird, ist ja, da ist so ’n Fertiger, der guckt halt, dass das Ganze hier fertig gemacht wird und erstellt wird. Aber Beratung muss dann for free sein, weil man kriegt ja den Auftrag, dass du ’ne ganz andere Meinung dazu natürlich. und vielleicht kannst du da mal ganz kurz ein paar Schritte, paar Punkte noch dazu sagen.
00:22:22: Speaker 1Gerne, unsere unsere Kunden, die richtig erfolgreich mit den Teilen sind, die wir für sie fertigen, die wurden alle durchqualifiziert und durchberaten. Das heißt, der Kunde kam gezielt mit einer mit einer Anfrage, mit einer Beratungsanfrage, ist das geeignet, dieses Problem haben wir, diese Anwendung wollen wir lösen und, man hat sich das Thema angeschaut, man hat mehrere Iterationen natürlich, das muss man sich auch erarbeiten, das ist, das ist nicht nur Know-how, das sind auch verschiedene Schritte, die man man an das Bauteil herangeht, man entwickelt das Bauteil, man passt es an und dann gibt man dann funktioniert es hin und wieder nicht, dann muss man wieder neue neue Gedankenansätze verfolgen und wenn dann ein Ergebnis rauskommt, was was den Kunden weiterbringt,
00:23:13: Speaker 1die bestellen dann wieder und wieder und kommen dann auch mit neuen Herausforderungen wieder zurück. Und die Kunden, die dann im Endeffekt uns nur als Lohnfertiger betrachten und eine Bestellung für 100,00€ für 200,00€ platzieren, um einfach nur einen Preisvergleich zu bekommen, weil wir den Preisvergleich gewonnen haben, den können wir halt in dem Bereich nur mit preiswerten Teilen dienen. Und für den Kunden ist das leider schade, weil er kein nachhaltiges Geschäft anstrebt, weil, es kann passieren, wir sind auch an unseren Kapazitätsgrenzen und wenn wenn der Kunde dann dann doch seine 5 Teile gedruckt haben möchte und der den Luxus, der den Luxus des 3 d Drucks in Anspruch nehmen will, dass er einfach egal was er für eine Anforderung hat, dass er in 2 Wochen seine Teile kriegt, dann kann es passieren, wenn er bei uns nicht in der Betreuung ist, dass wir dem auch absagen und sagen, hey, wir haben gerade keine für dich keine Kapazitäten frei.
00:24:12: Speaker 1und wenn, wenn du Teile brauchst, dann kommen sie in 3 oder 4 oder sogar 5 Wochen.
00:24:18: Speaker 2Genau, ja, das hab ich bei dir schon gemerkt, du, du bist jemand, du guckst dir das immer ganz genau an, du sprichst viel, du stellst viele Fragen, um Unklarheiten auch zu klären und dann aber auch, weißt du ganz genau, wenn man das Bauteil vielleicht noch mal ’n bisschen dreht. Oder ein paar Sachen minimal verändert, schlussendlich, dann wird es für den Kunden schlussendlich auch günstiger. Richtig, ihr könnt viel besser fertigen und es ist ja auch vergleichbar mit Spritzguss. Die Spritzgussform wird ja nicht einfach nur so dahergerotzt, dass man doch sagt: “Ja, gut, dauert halt ein bisschen länger, aber.”
00:24:49: Speaker 2ist halt so, wenn man nichts ändern möchte, aber man an der Spritzgussform, wenn man sich diese, das Werkzeug ja anguckt, da wird ja ganz viel noch nachgearbeitet und so weiter, um diese Taktzeit ja auch runterzukriegen und da ist es normal und im 3D-Druck heißt es ja, das Bauteil haben wir designt, da dürfen wir nichts mehr dran ändern. Ja, das ist ja, ist ja, ist ein bisschen absurd, wenn man das so sieht aus meiner Sicht.
00:25:09: Speaker 1Genau, wenn man dann noch mal auf das, auf die Kartoffelteile, auf die Kartoffelkegel zurückkommen darf. ich wiederhol das einfach gerne noch mal, Ersatzteile für 21€, wo man, wo man von 100 Kegel 30 austauschen musste pro Saison. Bei uns wurden die Kegel für 11€ pro Stück eingekauft und keine Ersatzteile nötig.
00:25:31: Speaker 2Ja, das ist ein No-Brainer.
00:25:32: Speaker 1Ja, wenn wenn man, wenn man sich das einfach mal vorstellt, welchen welchen Vorteil man man hat, nur weil man gesagt hat, hey, lass uns doch noch mal 23 Monate uns mit dem Thema auseinandersetzen und und was das tatsächlich langfristig bringt, da, da wird jeder, jeder mit, mit, mit.
00:25:52: Speaker 2Offenen großen Augen, Dollar, Dollarzeichen auf den Augen, da durchlaufen.
00:25:56: Speaker 1Das ist absolut wirtschaftlich und produktiv und das, das kann ich nur jedem Einzelnen nahelegen.
00:26:03: Speaker 2Ja, stimmst du denn der Aussage zu, dass 3 D. Druck immer ein Vorteil für das Unternehmen ist, wenn sie es nutzen.
00:26:09: Speaker 1Ja.
00:26:11: Speaker 2Ich hab noch so ’ne Bedingung, wenn es ordentlich qualifiziert worden ist im Vorfeld, ne, weil es gibt auch Dinge, die sind einfach, die druckt man nicht, es macht keinen Sinn, nutzt man ’ne andere Technologie. Aber ich hab ganz stark jetzt aus den letzten Jahren auch gemerkt, das kannst du sicherlich auch mit ja beantworten, dass die Teile, die gedruckt werden und die im Vorfeld auch gut qualifiziert worden sind von dem Dienstleister, dass davon ein Riesenvorteil über die nächsten Jahre auch herausgearbeitet worden ist, sei es in Zeit, Geld oder Innovationskraft.
00:26:39: Speaker 1Richtig, im Bereich, im Bereich 3D Druck, 3D Druck ist sehr, sehr stark Herausforderung, Anwendungen zu lösen. Und wenn man jetzt auch kurz angerissen, das Lean Management und K.V.P. kontinuierlicher Verbesserungsprozess, wenn man diese Themen auch noch mal mit aufgreift und einfach auch feststellt, dass die Leute auch im Feld an den Maschinen ihre Verbesserungen einreichen und, denen mal zuhört, was die da für Verbesserungen hat und nicht 3D-Druck einsetzt, den kann man nicht helfen.
00:27:16: Speaker 2Der hat was Elementares nicht verstanden, meinst du.
00:27:19: Speaker 1Richtig, der hat was Elementares nicht verstanden und und dann einfach die Arroganz zu haben, zu sagen, hey, 3D-Druck funktioniert für uns nicht, dabei ist der Briefkasten voll mit K.V.P., weil zum einen die die Mitarbeiter einfach ihr Soll erledigen, Verbesserungen einzureichen und die anderen, einfach Auswertungen ziehen, aber keiner will machen.
00:27:40: Speaker 2Ja, das hab ich auch gemerkt, dass vor allem in diesem, in diesem, in dieser Hypezeit von Lean, das ist ja auch, das ist ’n paar Jahre her, da war doch alles K. V. P., Lean, Kaizen, Six Sigma, genau, Blackbelt, das war so dieser, das war dieses Buzzword vor Industrie 4.0, ne, so in dem Fall und da hieß es alles, man muss diese, diese, Diese ganzen Produktionsstraßen schlank machen, Lean machen und so weiter und so fort. Ich hab das damals in meiner Ausbildung auch mitbekommen.
00:28:10: Speaker 2Das war angsteinflößend, dass da jemand kommt und der optimiert alles. Wenn man aber wirklich sieht, was die vorhatten und was dann umgesetzt worden ist, ist das eine. Und wer dann einen Mitarbeiter hat und man ist, man hat herausgefunden oder eine Mitarbeiterin, die was montiert und die tut sich schwer. und man sagt dann, ha, mal gucken, wie man es fertigt im Fräsen und man dann nicht auf 3D-Druck geht, ja, dann blockiert man sich in dem Fall komplett selbst, ne, wenn man dann ein bisschen abgeschweift sind, jetzt, ne. Kommen wir mal zurück auf die Maschine, mit welchen Maschinen arbeitest du denn und was hast du denn so automatisiert, was du rausgeben darfst und kannst, ne.
00:28:42: Speaker 1Ja, gerne, 21 sind wir mit, ich hatte verschiedene Maschinen mir angeschaut und auch verschiedenen Test gehabt, ich hab raced Maschinen mir angeschaut, ich hab Ultimaker gehabt und, am Ende auch den Prusa. Und Prusa hat mir besonders gut gefallen, war eine offene Struktur, also kein Gehäuse drum, offenes System, man konnte damit arbeiten, man konnte es modifizieren, werkeln und als Techniker ist das oder als Ingenieur ist das ja ein Traum, wenn man da etwas kriegt, was man dann schrauben, tunen und verbessern darf, nach nach seinem persönlichen Wunsch und ich und.
00:29:23: Speaker 1das andere Argument, was ich so toll fand, einfach von Prusa selber, er selber 600 Maschinen bei sich in der Produktion hat und Teile für sein eigenes Produkt fertigt, das kann dann eigentlich nur funktionieren und auch beweist auch, dass die Arbeitspferde in dem Sinne den Namen Prusa tragen und ja, und dementsprechend die Bedienung war angenehm, reparieren preiswert, und da habe ich mich dann auf die Maschine eingestürzt und Hardware Automatisierung kam dann in kurzer Zeit dann dran und dann auch die Software automatisiert.
00:30:00: Speaker 2O. K., du kannst so ’n Bruce auseinanderbauen, unter Wasser, 3 Meter tief, mit verbundenen Augen, halbe halbe Lunge, mit Luft, mit verschlossenen Augen, wie so ’n Gewehr, kannst du die auseinanderbauen, zusammenbauen, hab ich das Gefühl.
00:30:14: Speaker 1Navy Three D. Printing Seal. O.
00:30:16: Speaker 2K., du bist nicht ’n Navy Seal, sondern ’n Three D. Printing Seal. O. K., Ja, von der Statur her, du, du bist auch gut gebaut, ne? Also von von dem her könnt man das schon meinen.
00:30:28: Speaker 1Einige sagen fett, andere sagen muskulös.
00:30:30: Speaker 2Du bist halt stämmig, würde man jetzt bei uns sagen. Nee, aber das hab ich bei dir schon wahrgenommen, dass du genau weißt, welche Sachen musst du reparieren, wie gehst du vor und du hast auch vorhin gesagt, du hast echt tolle, ’n tolles Team, die da dahinter stehen und genau wissen, wann so ein kleines Maschinchen auch aussteigen kann und was man als nächstes tun muss.
00:30:52: Speaker 1Richtig, in der Automatisierung ist Wiederholbarkeit Kink und wenn wenn die Leute im Feld sehen, die Maschine muss raus, die muss auf, muss auf der Bühne, dann dann sehen die das, die lassen nicht laufen und das Bewusstsein für die Maschinen ist auch bei jedem einzelnen Mitarbeiter da und wer einfach nur laufen lässt, der hat dann große, große Schwierigkeiten mit dieser Technologie zu arbeiten. Grenzen kennt der Maschinenbediener, Grenzen kennt derjenige, der die Technologie anwendet und wenn wir, wenn der Kunde sagt, ja, F.
00:31:27: Speaker 1D. M. funktioniert für mich nicht, diese Aussage, die sollte man lieber demjenigen überlassen, der sich die Anwendung anschaut, sie qualifiziert, weil wer, wenn jemand damit nicht arbeitet, der weiß das doch auch gar nicht.
00:31:43: Speaker 2Ja, allein schon ein kurzes Gespräch dazwischen zu schieben, zwischen der Anfrage und dem Angebot, was nicht länger wie manchmal 20 Minuten dauert, entscheidet darüber, kriegt man ein ordentliches Ergebnis und funktioniert es, dann funktioniert es nicht. Ja, in dem Fall. Ja, wo hat denn F. D. M. so seine seine Grenzen in der Serie aus deiner Sicht.
00:32:05: Speaker 1F. D. M. muss muss halt kritisch betrachtet werden. Ja, wenn wenn man mehr Teile produziert, als die tatsächlich von dem Mitarbeiter nachgearbeitet werden, ist schwierig. F.D.M. ist verhältnismäßig eine langsame Technologie, die Bauteile fertigt. Wir haben ja erwähnt, dass ein Teil durchschnittlich sechseinhalb Stunden benötigt und wenn man mit einem schmalen Kurs arbeitet, muss es auch sofort funktionieren, weil man kann es sich nicht leisten, dass Drucker 23 mal das gleiche Bauteil erneut drucken müssen, weil irgendwas schief gegangen ist.
00:32:39: Speaker 1Das heißt, es setzt sehr viel Know-how voraus von demjenigen, der mit den Maschinen umgeht. nicht nur auf Softwareseite, um die Bauteile auszurichten, auch Hardwareseite, dass man da früh erkennt, welche Maschinen dann aussteigen könnten und welche Maschinen aufgehört haben, gute Qualität zu drucken, weil das ist optisch manchmal gar nicht zu bewerten. O. K., genau und und auch die Herangehensweise, wie wie man mit den ja mit den Anfragen umgeht, das ist auch sehr, sehr entscheidend.
00:33:14: Speaker 2Ja, Wer sollte sich denn bei dir melden, wenn er F.D.M. und Serie kombinieren will? Und warum kommen denn Unternehmen zu dir.
00:33:25: Speaker 1Diejenigen, die ein paar mehr Teile brauchen, die 5000 Teile sind alle sehr herzlich willkommen. Und die, ja, die, die Schnellteile brauchen, die einen offenen, ein offenes Gespräch suchen, die auch mit einem Nein, klarkommen dürfen und die, die machen wollen. Ja, ich bin leider keiner, keiner der der jemanden schmeicheln will, ich hab das auch nicht vor, ich bin durch und durch ein ein wirtschaftlicher Typ und wenn wir, wenn wir dann sehen, dass etwas nicht funktioniert, dann sagen wir nein, das funktioniert nicht, das müssen wir so und so aufrollen und wer wer meinen Empfehlungen nicht nachkommen kann und nicht will, dann.
00:34:12: Speaker 2und das am Ende besser weiß, dann ist das in Ordnung, dann darf er das beweisen und wenn es, wenn es nicht funktioniert, ist er trotzdem herzlich willkommen, dann weiterhin mit mir noch mal die Aufgabe noch mal neu anzugehen. Aber ich merk schon, dass die Kunden, die du jetzt hast, die immer wieder bestellen, schon großes Vertrauen in dich haben und du auch auch im Call mit den Leuten auch sagst, im im Gespräch, hey, es, es funktioniert so nicht, müssen wir anders machen, weil du das Ergebnis ziehst, anstatt nur den Auftrag jetzt in der Hinsicht, weil du willst ja, dass die Teile auch drin bleiben in der Anlage oder der Kunde nicht noch mal sagt.
00:34:48: Speaker 2Also von den 5000 müssen wir 4000 noch mal neu machen, weil es nicht geklappt hat, sondern du hast eine Verantwortung auch stark dahinter.
00:34:56: Speaker 1Richtig, ich werd jetzt keine keine großartigen Kundennamen nennen, weil es auch irgendwo vertraulich ist. Aber was ich sagen kann, ist, unsere Teile sind F.D.M. gedruckt und die werden in Solarreinigungsrobotern angewandt. Unsere Teile werden in großen Maschinen angewandt, wo wo wir definitiv Explosionsschutz haben, wo Staub bewegt wird, weil wir ISD Bauteile, die stromleitend leiten können, verwenden.
00:35:26: Speaker 1Unsere Teile werden in großen großen Anlagen als, Lüftungskanäle und Schächte verwendet. Es ist so breite Anwendungen, man muss sich trauen und am Ende des Tages auch wieder um eine um den Kartoffelkegel noch mal hervorzubringen, weil das ja auch irgendwo ein sehr sehr gutes Bild ist. Er hatte tatsächlich Angst gehabt, mit uns diesen Weg zu gehen, aber ich hab ihm einfach nur versichert, wenn wir diese Teile machen, werde ich dich damit nicht allein lassen.
00:35:57: Speaker 1Wir werden so lange an diesem Thema arbeiten, bis es einfach tadellos funktioniert. Es hat in dem Fall 3 Monate gedauert, manchmal geht es schneller, manchmal dauert es halt doch noch länger. Aber am Ende funktioniert F.D.M. in dem Bereich, in dem man das einsetzen wollte.
00:36:12: Speaker 2Ja, ja, jetzt hast du einige Erfahrungen gemacht damit und wenn ich jetzt so an die letzte Frage so komme, welches Mindset braucht man denn, dass F.D.M. Serienfertigung bei einem funktioniert, so als als letzten Gedanke, was was ist das für ein für ein Mindset Baustein, den man einfach braucht, um das hinzukriegen, wenn man den Drucker und alles andere schon hat, weil man kann das beste Werkzeug ja haben, wenn man nicht genau weiß, wie man es einsetzt oder einem das Wissen und die Umsetzungskraft fehlt, macht man es nicht.
00:36:41: Speaker 1Ja, das ist, das ist eine, das ist jetzt keine generelle Antwort, das ist jetzt etwas, wovon ich selbst überzeugt bin. Wir haben einen kulturgetriebenen Ansatz, Wenn ich jetzt einfach unser, unsere, unseren, ja, unsere Unternehmensfirmierung betrachte, Evoke Evoke bedeutet etwas hervorbringen, erschaffen, herausziehen und hin und wieder, wenn man meine Posts anschaut, dann steht da unten meistens Evoke Smile, das heißt auch irgendwo ein Lächeln hervorbringen und wir verkaufen das FDM funktioniert auch für dich.
00:37:17: Speaker 1Na und wenn, wenn man, wenn man das will, und dann auch versteht, warum wir mit F.D.M. und mit dieser 3 D. Drucktechnologie arbeitet und auch auch dann am Ende, wenn man seinen seinen Transporter voll Teile kriegt.
00:37:33: Speaker 2Du meinst den 40 Tonner, der vor der Halle nicht mehr wenden kann.
00:37:37: Speaker 1Und man einfach ein Lächeln kriegt, dass es, dass es wirklich funktioniert, weil das ist, das ist die Emotion, die ich damals hatte im Januar 21, dass das funktioniert und das trage ich mit nach draußen und, und jeder, der das auch erleben will, ist herzlich eingeladen, mit mir diesen Weg zu gehen. Und da gibt es 3 Pakete, die wir da irgendwie auch anbieten.
00:38:02: Speaker 2Und ja, ja, du hast ja immer eine Kombination aus Fertigen von Teilen, den Expertencheck, der doch dazukommt, damit du im Vorfeld auch ganz genau sagen kannst, du hast alles aus dem Bauteil herausgeholt, um es mit dieser Technologie 3D Druck auch perfekt zu fertigen. Ne, da merk ich, du bist so jemand, Wenn du sagst, du, du hättest Dinge zu 99,8 Prozent fertig, denkst du dir einfach: ******* wo sind die letzten 0,2 Prozent? Die dann aber auch wiederum am Ende des Tages einige Stunden ausmachen und du ganz stark diesen Willen hast.
00:38:37: Speaker 2Das erkenne ich ja auch ganz stark bei uns in der Beratung, ja auch so ganz stark den Willen hast, du dieses dieses letzte kleine Fitzelchen auf Schwäbisch gesagt noch noch rauszuholen. nee, Schwäbisch wär dann am Muggesäckerle nur rauszuholen, um um dieses bessere Ergebnis hinzubekommen.
00:38:55: Speaker 1Ja, ja, ja, wir haben ja hin und wieder telefonieren mit, wir mit, ja, miteinander und dann sag ich ja, irgendwie hab ich das Gefühl, da fehlt noch so, so ein Prozent, da fehlt noch so eine richtig Gleichheit, da wird es richtig gut, ne, und und die, ja, das treibt halt auch an, ne, dass man immer besser wird, auch ja, absolut und.
00:39:17: Speaker 2Jetzt, dann ist es eher so ’n Ansatz vom Mindset her, sich immer zu fragen, wie geht es doch und was muss ich denn verändern, damit es dann funktioniert, anstatt Gründe zu suchen, warum es nicht geht, wenn ich das merk. Aber ich kann mir das gut vorstellen, wenn du die, die Kisten, sprechen wir jetzt mal von Kisten, deinen Kunden übergibst, dann haben die schon ’n Lächeln drauf, weil die vielleicht auch gar nicht gedacht haben, dass es so gut funktioniert.
00:39:43: Speaker 1Ja, das stimmt uns auch, dass die, Teile recht schnell kommen in dieser Anzahl meistens, wenn man weiß, dass ein Teil sechseinhalb Stunden braucht und man hat in im, sagen wir mal im Technikum 23 Maschinen stehen und die sagen sich boah, jetzt müssen wir 50 Teile drucken, dafür brauchen wir 3 Wochen, weil die die einmal. mal einmal anstellen, bevor sie zur Arbeit gehen und dann im Nachmittag vergessen, das Ding dann noch mal anzustellen und dann steht das einfach gefühlt 18 Stunden, das Ding und das volle Potential, selbst von den 23 Maschinen nicht ausgeschöpft wird.
00:40:15: Speaker 1Und dann sagen viele, nee, 3 D Druck FDM kann gar nicht viele und schnelle Teile fertigen. Aber dann, wenn man dann bei mir bestellt und, dann einfach sag, hier diese 250 Teile, klappt das überhaupt? Ja, klappt und dann sind die Teile nach 5 Tagen fertig und.
00:40:36: Speaker 2Da denkst du dir eher, was willst du denn? Natürlich funktioniert das, ja, ja. Aber was mir noch auffällt ist, natürlich haben viele Unternehmen so einen Prusa oder 2 Prusa oder Bambu Lab oder was auch immer und natürlich werden die es nicht schaffen, 500 Teile auf diesen 2 Druckern in kürzester Zeit hinzukriegen, weil, man muss ja diszipliniert sein, man muss ja hingehen und muss die Maschine noch mal neu starten, bevor es bevor es in Feierabend geht. Dann haben die meisten ja auch schon wieder Angst, wenn sie morgens ins Büro gehen, dass da Nudelsalat im Drucker drin ist.
00:41:06: Speaker 2Also, warum den Aufwand selber machen, wenn du deine deine Drucker dafür gut verwenden kannst? Ne, also ich sag mal so, viele haben die Motivation mit F. D. M. in die Serie zu starten, aber es scheitert nicht an der Motivation, es scheitert an der Disziplin.
00:41:20: Speaker 1Richtig und da gibt es ja auch irgendwo ein, ich weiß nicht, ob ihr das alle kennt, aber es gibt so ein Ausdruck ‘Coolman don’t look at fire’. Das heißt, man hat ja diese Filmszene, wo die Leute dann zur Kamera entgegenkommen und dann hinter denen explodiert alles. Ne, so richtig geile Superhelden und ich sage immer ‘Coolman don’t look at first layer’. Manche Maschinen werden von vom Smartphone aus gestartet, die Aufträge platziert und da hinten passiert schon alles in Ordnung.
00:41:51: Speaker 2Was aber echt cool ist, wir haben letztens telefoniert und da hab ich mir gedacht, so was piepst denn da im Hintergrund die ganze Zeit, macht doch das Piepsen aus und dann sagst du, ach da hat eine Maschine gerade kein Material und und andererseits, du gehst da gar nicht her und guckst, ob der erste Layer passt, sondern du weißt, dass der passt, weil du es eingestellt hast und weil du dem vertraust. und du schiebst es vom P.C. aus los und sagst ‘Let’s go’ in dem Fall, ne? Und wenn du dann mal dein Büro verlassen würdest, denkst du dir, ah, das sind ja schon 2 Teile rausgekommen, so in der Richtung.
00:42:21: Speaker 2Ja, jetzt komme ich zu den 2 letzten eher persönlichen abschließenden Fragen noch. Beende doch mal folgenden Satz: 3D Druck ist für mich.
00:42:32: Speaker 1Die schönste Herausforderung in meinem Leben.
00:42:34: Speaker 2O.K., was war so das tollste Bauteil aus einem 3D Drucker, was du je in der Hand hattest.
00:42:40: Speaker 13 D. gedruckte Pferdehufe, echt stark.
00:42:44: Speaker 2O. K., ich hab gemeint, dass du, dass du sagst, ’ne Kisten Kisten voll Bauteile, egal welches es sind, aber das ist wahrscheinlich auch ein tolles Projekt, was du damals hattest, oder.
00:42:52: Speaker 1Ja, richtig, also es sind einfach nur noch zu zeigen, wie flexibel 3 D. Druck angewandt werden kann und dass Sportpferde 3 D. gedruckte, Pferdehufe unter und unter und da drunter geklebt bekommen können und das dann auch funktioniert und die dann und das dann auch rehabilitieren für die Pferde ist, dass das gesund ist und und all die Vorteile, die das mitbringt, fand ich sehr, sehr spannend. Und ja, wer wer sich das mal näher anschauen will, das ist auch keine Werbung, einfach nur zu beweisen, dass das wirklich so ist und das einfach nicht nur Gerede ist.
00:43:31: Speaker 1Die Firma Goodsmith macht das, und schaut euch das an, dann seht ihr, was wirklich los ist. Ne, und wer 3D-Druck noch nicht einsetzt, der verpasst was.
00:43:42: Speaker 2Hätte das Henry Ford gewusst, hätten wir jetzt keine, keine Autos. Ach, das, wie auch immer. Also angenommen, eine Hörerin oder ein Hörer von dir oder von vom Podcast jetzt wollen jetzt mehr Infos haben oder haben ein konkretes Problem oder sagen, Mensch, wir haben uns da noch nicht richtig ran getraut, aber, die wollen mal mit dir sprechen, wie schaffen sie am besten Kontakt zu dir über LinkedIn oder.
00:44:07: Speaker 1Genau, also gerne über LinkedIn frei kontaktieren, vernetzen, Anfrage stellen. Wir können uns auch locker ins Gespräch kommen und wenn das dann ernst wird, dann kann man einen Termin vereinbaren, aber auch Mail ist möglich, ne. Also ich bin da bereit, auch meine Nummer und meine E-Mail-Adresse zu teilen, wenn man das ernst meint.
00:44:25: Speaker 2Wir werden auf jeden Fall deine Kontaktdaten, In die Shownotes packen, dein LinkedIn in die Shownotes packen. Du berichtest auch, du machst regelmäßig Postings auf LinkedIn rund um das Thema Serienfertigung. Manche sind ein bisschen triggernd, wie den, den wir, den du hier gemacht hast. Manche sind so ein Stück weit, was du so alles erlebst. Also, das ist auch ganz cool, den dem Eduard hier online auf LinkedIn zu folgen. In diesem Sinne, Eduard, das war ein traumhaftes Gespräch und auch den Beweis zu bringen, dass das Ganze funktioniert, damit man damit Geld verdienen kann, damit es glückliche Kunden gibt.
00:44:58: Speaker 2und du auch echt vor mir sitzt. Und du, du bist zwar ’ne Maschine, aber du bist keine K.I., ne.
00:45:04: Speaker 1Ja, ich hatte mal dann damals ’n Spruch gegeben, ich bin keine Maschine, ich bin ’ne Naturgewalt, Maschinen gehen kaputt. Aber dann, ja, dann brach das Gelächter aus. Aber im Endeffekt, das ist halt, man muss machen, man muss die Dinge anpacken und man muss was fertig kriegen.
00:45:22: Speaker 2Danke für deine Zeit, Eduard, und an alle, die jetzt fleißig bis hierher zugehört haben, viel Freude und bis zur nächsten Podcastfolge.
00:45:31: Speaker 1Jo, bis dann.