3D-Druck Podcast

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Der 3D-Druck Podcast von Johannes Lutz

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2023-09-26: 2023-09-26

00:00:15: Speaker 1Willkommen zum 3D-Druck Podcast, dem Technologie-Podcast, wenn es um alle Aspekte in Sachen 3D-Druck geht. Egal ob Sie neu mit 3D-Druck und additiver Fertigung beginnen oder ob Sie erfahrener Anwender oder sogar 3D-Druck-Dienstleister, Hersteller oder Zubehörlieferant sind, weil es geht ja immer darum, ob Sie Ihren 3D-Drucker im Griff haben oder ob der 3D-Drucker Sie im Griff hat. Ich bin Johannes Lutz und ich freue mich auf diese Podcastfolge, weil diese Podcastfolge den Titel trägt: ‘Additive Teilefertigung inhouse versus extern’ oder ‘Beides’.

00:00:48: Speaker 1Und es ist eine Interviewfolge und das ist mega interessant. Das ist auch eine gesponserte Folge und zwar sehr interessant für alle Podcasthörerinnen und Hörer, die sich schon immer Gedanken gemacht haben. So rum rund um dieses Thema ergibt das Ganze Sinn, es inhouse zu machen, Oder das Ganze extern fertigen zu lassen? Oder gibt es irgendwie noch einen guten Mittelweg? Was sind Argumente, die dafür oder entsprechend auch dagegen sprechen? Also, wenn Sie jetzt Techniker, Ingenieur, Konstrukteur oder in einer Entwicklungsabteilung von einem mittelständischen Unternehmen oder von einem größeren Unternehmen arbeiten und sich fragen, wie man dieses Dilemma lösen kann, dann sollten Sie bei dieser Podcast-Folge jetzt auf jeden Fall dranbleiben.

00:01:28: Speaker 1Denn mein Interviewpartner ist der, Raphael Riefel, er ist Channel Manager Engineering, Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Form Labs. Raphael, ich freu mich richtig, dass du bei uns im Podcast bist, damit die Leute dich ’n bisschen besser kennenlernen. Stell dich doch einfach mal ganz kurz vor, wer bist du, was machst du?

00:01:49: Speaker 2Ja, vielen Dank, Johannes. Ich freu mich auch über die Möglichkeit, mit dir hier heute über das Thema sprechen zu können. Ich arbeite bei Formlabs, wie du gesagt hast, als Channel Manager inzwischen seit vier Jahren, bin aber im Endeffekt meine gesamte berufliche oder professionelle Laufbahn in der additiven Fertigung.

00:02:07: Speaker 2Bei Formlabs habe ich das Reseller-Netzwerk aufgebaut, sprich alle angeschlossenen Vertriebspartner in Deutschland, Österreich, Schweiz von Formlabs im Engineering Bereich sind in meiner Verantwortung und wir bei Formlabs bauen SLA und SLS Drucker, das sind die beiden Kerntechnologien, Mit denen wir den Markt bedienen, also einmal ein Resin, ein harzbasiertes Verfahren, das SLA-Verfahren und einmal ein pulverbasiertes Verfahren, der Kunststoffdruck mit dem SLS-Verfahren. Das sind so die zwei großen Technologiebereiche, die wir abdecken.

00:02:39: Speaker 2Und für diejenigen, die mit Formlabs noch nicht viel zu tun hatten, ursprünglich ist Formlabs aus einer Kickstarter-Kampagne entstanden, um die SLA-Technologie verfügbar zu machen, sprich also, War das erste Desktop SLA-Gerät, was auf den Markt gebracht wurde. Inzwischen sind wir ein bisschen aus den Kickstarter-Schuhen entwachsen und sind ein global agierendes Unternehmen, was zumindest in dem SLA-Bereich auch eine Marktführerdominanz entwickelt hat und den SLS-Bereich jetzt seit kurzem auch als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt hat.

00:03:09: Speaker 1Ich finde es richtig gut, dass wir sprechen, weil wir kennen uns ja schon eine ganze Weile in der additiven Fertigungsbranche und was mir wirklich auffällt, es gibt immer mehr Fuse One SLS Drucker dort draußen auf dem Markt und darüber wollen wir ja auch heute auch heute sprechen, das Thema dort anreißen. Ich kenn das natürlich jetzt aus aus der Beratung bei mir. Viele starten mit dem Thema FFF oder FDM und dann wagt man so diesen Schritt in SLA, DLP hinein und und dann geht man so diese Königsklasse mit SLS an.

00:03:40: Speaker 1Es scheint mir auch, dass doch ziemlich viele jetzt angekommen sind, wenn ich viele Geräte bei euch im Markt sehe. Also, wie, wie vor allem, wie nimmst du das wahr? Also, ich freu mich, wenn du da ganz kurz drauf eingehst oder bin ich dort, hab ich doch ’n anderen Blick drauf?

00:03:56: Speaker 2Nein, also ich kann das bestätigen. Es deckt sich tatsächlich auch ’n bisschen mit meiner beruflichen Laufbahn, wenn man so will. Ich hab vor 8 Jahren auch mit F.D.M. F. Angefangen bei einem Hersteller, Und das ist für Unternehmen natürlich ein sehr einfacher Einstieg. Das Materialhandling beim FDM FFF mit dem Spulen, mit dem Filament ist mehr oder weniger unbedenklich. Außer einer heißen Düse und ein bisschen bewegliche Bauteile ist da jetzt auch nicht viel, was irgendwo zusätzlichen Schutz oder Schulung bedarf. Deswegen ist natürlich der Einstieg über FDM nach wie vor total empfehlenswert und würde ich auch jedem raten, der mit 3D-Druck beginnt.

00:04:34: Speaker 2Das SLA-Verfahren bietet sich dann natürlich als Ergänzung insofern an, dass wir hier sehr hohe Genauigkeiten erzielen können, nahezu Spritzgussqualität, was die Optik angeht und eine Vielzahl an Materialien zur Auswahl haben, die deutlich mehr technische Anwendungsfälle ermöglichen, als es jetzt vielleicht mit dem reinen FFF-Materialauswahl der Fall ist. Sprich also, wenn man so ein bisschen aus den Kinderschuhen entwachsen ist, mit SLA zu beginnen, das macht durchaus Sinn und deckt auch ein bisschen das, was unsere Kunden uns berichten. Das S. L. S. Verfahren, das Pulverhandling ist natürlich und da werden wir, denke ich, im Zuge von dieser Podcastfolge häufiger drüber sprechen, ist natürlich von den vom vom ganzen Schulungsbedarf, auch vom Handling des Materials, von den Sicherheitsanforderungen, eine ein eine ganz andere Größenordnung als was, wenn wir es jetzt rein mit F.

00:05:21: Speaker 2D. M. Vergleichen. Und so macht es durchaus Sinn, sich sozusagen dieser diesen höheren Anforderungen schrittweise anzunähern. Was man aber auch sagen kann, ist, Während wir in den meisten Fällen bei F.D.M. Und S.L.A. Ja wirklich von einzelnen Bauteilen sprechen, aus den verschiedensten Zusammenhängen. Das können Modelle sein, das können Designstudien sein, das können auch funktionale Bauteile sein, aber es sind in der Regel immer Stückzahlen, ich sag mal, im kleinen zweistelligen Bereich. Und im S.L.S. Verfahren haben wir nun zum ersten Mal ’ne Produktionstechnologie, die es uns erlaubt, im großen Umfang Output zu generieren und damit wirklich in Kleinserien zu gehen, wo wir ’nen ’nen produktiven Output haben, der.

00:05:59: Speaker 2Als Endbauteil eingesetzt werden kann. Und ich denke, das ist dann auch die spannende Entwicklung der Unternehmen, dass man sich vom vom reinen Design, vom reinen Prototyping hin zu Funktionsbauteilen in die Kleinserie annähert. Und diese Entwicklung, die finde ich unheimlich spannend und das ist ’ne Herausforderung, der wir uns in der Beratung von unseren Kunden natürlich auch jeden Tag neu stellen müssen.

00:06:20: Speaker 1Gibt es da noch noch weitere Punkte, wie du das wahrnimmst, jetzt was was die die Stückzahl im Markt angeht?

00:06:27: Speaker 2Ja, also generell kann man sagen, wir sind jetzt seit zweieinhalb Jahren knapp mit dem SLS-System im Markt. Wir haben natürlich als Formlabs eine gewisse Marktdurchdringung mit unseren bisherigen Produkten gehabt, sodass der Markt schon sehr, sehr aufmerksam unsere Markteinführung dann auch beobachtet hat. Wir sagen, wir hatten, bis wir lieferfähig waren, schon so viele Vorbestellungen, dass wir natürlich erst mal fast ein ganzes Jahr gebraucht haben, um das abzuliefern, was sozusagen schon verkauft war. Das spricht ein bisschen für die für die Begeisterung, mit der das Thema aufgenommen wurde. Generell können wir sagen, dass wir aus dem Stand schon einen sehr, sehr guten, eine sehr, sehr gute Performance im S.L.S.

00:07:02: Speaker 2Bereich abgeliefert haben, eigentlich, wenn man so sagen können, über unseren eigenen Erwartungen. Wir können das auch daran festmachen, dass man zum Beispiel in dem Wohlers Report von 2022 nachsehen kann, dass wir, was die Units angeht, also nicht den Umsatz, sondern wirklich nur die Stückzahl der Geräte, dass wir weltweit schon über die Hälfte aller Shipments zu verantworten hatten in 2022. Und daran kann man, glaub ich, ganz gut erkennen, inwieweit sich das Fuse-System im Markt schon etabliert hat in dieser kurzen Zeit. Inzwischen gibt es das auch als Nachfolgervariante, da können wir gleich auch noch ein bisschen drüber sprechen, die dann auch wieder noch neue Anwendungsmöglichkeiten erlaubt und damit jetzt auch einen neuen Kreis von Kunden wieder anspricht.

00:07:42: Speaker 1Ja, ist mega interessant, was du gesagt hast, dass, Dass ich, dass sich diese Marktdurchdringung schon soweit, soweit fortgesetzt hat. Bevor wir jetzt nachher gleich ins Thema einsteigen, jetzt FormLabs hat ja immer irgendwie was Neues auf Lager. Raphael, was gibt es an Neuigkeiten?

00:07:59: Speaker 2Ja, also zum einen steht die wichtigste Veranstaltung des Jahres, zumindest für uns in Europa, vor der Tür, die FormNext. Und da wollen wir natürlich auch wieder Argumente liefern, Kunden erneut zu uns einzuladen. Das heißt, es wird dort ein paar Neuigkeiten geben, über die ich jetzt einfach auch, um nicht die Überraschung zu versauen, nicht reden darf. Aber will sagen, es wird spannend, wir haben tolle Sachen dabei. Wir haben im Endeffekt uns in diesem Jahr viel auf Materialentwicklung konzentriert, eben weil wir zwei gute Plattformen im SLA und im SLS Bereich derzeit im Markt haben.

00:08:34: Speaker 2Was ich sehr, sehr spannend finde und ich betreue ja hauptsächlich Engineering Kunden und Engineering Anwendungen. Ist, dass wir jetzt in dem SLA-Bereich Materialien in den Markt gebracht haben, die es vorher einfach nicht gab, auch nicht bei anderen Herstellern. Angefangen wäre das zum Beispiel ein ESD-fähiges Resin. Also, wir haben jetzt die Möglichkeit, ESD-fähige Materialien auf dem SLA-Drucker zu verarbeiten. Da geht es häufig um Elektronikkomponenten, Gehäuse, sehr viel Automotive, Batterien und Ähnliches. Sehr, sehr spannend.

00:09:05: Speaker 2Gleichzeitig, und das gab es bisher auch nicht, Haben wir ein Material mit Brandschutz in den Markt gebracht, was die Resine angeht. Brandschutz ’n Riesenthema, auch hier wieder Automotive und Transportsektor. Und in den 4 Jahren, in denen ich bei Formlabs bin, ist es wahrscheinlich eine der meistgestellten Fragen neben dem Lebensmittelkontakt, habt ihr auch ein Material mit Brandschutz und wir haben jetzt 1, was die V. 0 Klasse erfüllt, im Endeffekt dann also für bestimmte Bereiche in diesen Verticals eingesetzt werden kann und das finde ich ganz spannend. Ergänzend wird es.

00:09:36: Speaker 2Der Zeit und das ist sicherlich das, wo wir am meisten Feedback der Zeit für bekommen haben von unseren Product Launches, ist dass wir das erste Unternehmen sind, was ein reines Silikon im Resin als Resin, also auf den Harzdruckern, verarbeiten kann. Vielleicht hier noch kurz den Kontext aufspannen, man hat sich immer wieder Gedanken gemacht, additive Fertigung und Silikon zusammenzubringen. Da gibt es auch bestimmte Lösungen, die allerdings kann man sich eher vorstellen wie im F.D.M. Bereich, dass es über Düsen ausgetragen wird. Wir haben nun ein patentiertes Verfahren entwickelt, um im SLA mit einem Laser dieses Silikon zur Aushärtung zu bringen.

00:10:13: Speaker 2Das ist insofern relevant, weil es einfach diese gesamte Kostenstruktur, die hinter der additiven Verarbeitung von einem rein chemischen Silikon, die dort hinter steht, mehr oder weniger aufrollt und es jetzt auf einem Desktop-Gerät verfügbar macht. Das ist eine sehr, sehr spannende Geschichte. Im SLS-Bereich, da sind wir eigentlich nach wie vor noch mit den bestehenden Möglichkeiten sehr, sehr präsent. Wir haben es dieses Jahr um flexibles Material, um ein TPU ergänzt. Also es ist insofern spannend dadurch, dass wir jetzt hier sehr, sehr interessante Möglichkeiten was Gitterstrukturen, Lattices angeht, um eben verschiedene Härtegrade, verschiedene Flexibilitäten zu erzeugen, denn T.P.U.

00:10:54: Speaker 2Ist ja ein weiches und flexibles Material und das ist in Kombination mit dem S.L.S. Verfahren ’ne ganz, ganz spannende Geschichte, um komplizierte Gitterstrukturen abzubilden, die dann ’ne ganz spezielle mechanische Funktion erfüllen. Können wir auch nachher in den Anwendungen noch ’n bisschen mehr zu sagen.

00:11:11: Speaker 1Du bist ja als Channel Manager Engineering auch auch tief in den Herausforderungen, auch in den Anwendungen eurer Interessenten und Kunden involviert. Das hast du vorhin auch angesprochen. Was siehst du denn dort? Gibt es dort ein Muster? Wo gibt es dort großes Potential, das es noch zu heben gilt?

00:11:28: Speaker 2Ja, danke für die Frage. Das ist im Endeffekt auch ein bisschen, Das, was eigentlich so meine Strategie gemeinsam mit unseren Kunden auch widerspiegelt, wie können wir die Herausforderungen von unseren Kunden lösen und da geht es häufig um die Skalierbarkeit. FormLabs ist ein Unternehmen, was schon immer dafür stand, die verschiedenen Drucktechnologien einfacher zugänglich zu machen über verschiedene Maßnahmen. Das eine ist in der Regel der Preis, also generell ist es für ein Unternehmen, gerade auch ein mittelständisches Unternehmen,

00:11:59: Speaker 2Häufig einfacher in Formlabs-Technologie zu investieren als vielleicht in ’nen anderen Hersteller. Nur so ’n 3D-Drucker ist ja schnell gekauft, Johannes, das kennst du auch aus deiner Erfahrung. Und dann ist aber die Frage A, wie wird der bespielt und B, wie kann man das Ganze dann auch skalieren und wir sehen halt den Fall, dass diese erste Adaptierung der Technologie sehr schnell geht, sprich also man kauft ein Fuse-System, man hat ’n Operator, der ist begeistert. Dann ist aber die Frage, wie bekomme ich das, Diese neue Fertigungsmöglichkeit auch wirklich in die verschiedenen Abteilungen der Unternehmen, dass es dann auch in einem Umfang genutzt wird, dass auch das volle Potenzial dieser Technologie entfaltet wird.

00:12:38: Speaker 2Und da bedarf es dann wirklich einer Zusammenarbeit der verschiedenen Abteilungen, angefangen von der Konstruktion über den eigentlichen Anwender an dem Gerät, bis hin aber auch zu denjenigen, die vielleicht mit den Ergebnissen später arbeiten wollen oder dürfen. Sprich also auch vielleicht jemand, der ’ne Maschine bedient und ’ne Halterung oder ’ne Vorrichtung braucht. Also all das, dieses Zusammenbringen der verschiedenen Interessen, die dann im Endeffekt notwendig sind, um so ’ne Anlage auch zu bespielen oder auch für eine Kleinserie hochzuskalieren, da sind ganz, ganz viele Schritte notwendig.

00:13:14: Speaker 2Da gibt’s noch ganz viele Bedenken zum Teil, da gibt’s auch Vorbehalte. Und was wir versuchen, ist tatsächlich in die Unternehmen reinzugehen, wenn dann zum Beispiel die, Der die Entscheidung getroffen ist, in eine S. L. S. Anlage zu investieren, dann lassen wir das mal ein halbes Jahr oder ein Jahr versuchen wir das zu begleiten, um dann herauszufinden, wo sind denn jetzt noch die Hürden, die dagegen sprechen, hier vielleicht in ’ne wirkliche Kleinserie zu gehen. Das können Zertifikate sein, das können Trainings sein, das können ganz ganz verschiedenen Ursachen.

00:13:46: Speaker 2Wichtig ist für uns, es reicht nicht, wenn eine Person in dem Unternehmen begeistert von der Technologie ist, Wir müssen wirklich sicherstellen, dass die verschiedenen Entscheidungsträger, die verschiedenen Key-Personen in dem Unternehmen Lust auf das Thema haben, keine keine Bedenken haben, sicher auch sehen, dass ein Hersteller dabei ist, der sie dabei begleitet und eben nicht nach dem Kauf alleine lässt. Und das sind alles so Punkte, wo wir unheimlich viel, unheimlich viel noch zu tun haben, ganz klar.

00:14:19: Speaker 2Aber wo wir auch unheimlich viel Potenzial sehen. Denn wenn das einmal gelungen ist und dieses Know-how ist auch in den verschiedenen Unternehmen angekommen, dann macht es unheimlich viel Spaß mit der Technologie zu arbeiten, weil dann ja ganz neue Möglichkeiten erzeugt werden können, die man vielleicht konventionell gar nicht erzeugen konnte bisher, von denen man aber vielleicht auch gar nicht wusste, dass man sie jetzt kann, weil eben ja nur einen 3D-Drucker anschaffen meistens nicht dazu führt, dass man erfolgreichen Workflow bereits im Unternehmen integriert hat.

00:14:44: Speaker 1Ja, ja, ist ganz interessant, was du sagst, dass es ganz oft nicht nur an der Technik liegt, sondern auch an der Person, die dort natürlich diesen diesen Drucker bedient, wie sie eingestellt ist, wie sie die Anwendungen findet, et cetera. Und das ist ja da das Allerwichtigste. Es gibt natürlich jetzt auch auch Fragen von den von den Interessenten und von den Anwendern. Was sind denn so Fragen, die dort immer wieder auf dich zukommen, wenn die mit dir im Gespräch sind, egal ob jetzt als Anwender oder als Interessent?

00:15:13: Speaker 2Also wir haben ja mit dem S. L. A. Verfahren ein flüssiges Kunstharz. Diejenigen, die noch nicht mit so einem Gerät gearbeitet haben, haben vielleicht auch schon diese Vorurteile oder diese diese voreingenommenen Denkmuster. Uh, da da klebt was, das ist chemisch, ist es, ist es denn gesund, kann ich das überhaupt meinen Mitarbeitern zutrauen, damit zu arbeiten. Also generell ist es egal, ob es im S. L. A. Oder im S. L. S. Verfahren, Sicherlich, und das hat vielleicht auch ein bisschen was mit unserem deutschen Markt zu tun, ist grundsätzlich die Frage nach der Arbeitssicherheit meistens die erste, die uns gestellt wird.

00:15:47: Speaker 2Ist das überhaupt sicher? Kann ich das ohne zusätzliche Maßnahmen bei mir im Unternehmen einführen? Was ist notwendig, um zum Beispiel Pulver bei mir sicher zu verarbeiten? Und dem müssen wir uns halt stellen. Das ist aber auch ganz wichtig, dass wir diese Fragen früh klären. Denn ja, natürlich, wenn ich die Entscheidung fälle, mir das System ins Haus zu holen, Da möchte ich sicherstellen, dass ich da nicht eingebremst werde, dass ich nicht vielleicht meinen Mitarbeitern im Endeffekt schade, indem ich das mache. Und all diese Fragen müssen halt vorweg geklärt werden.

00:16:17: Speaker 2Also dieser Bereich Arbeitssicherheit ist sicherlich ein ganz großer. Ein weiterer Punkt, der häufig unterschätzt wird, ist: Was passiert eigentlich nach dem Druck? Und ich bin mir sicher, du hast auch ganze Podcast-Folgen schon damit gefüllt, wenn es um das Thema Nachbearbeitung, Post-Processing, Färben, Lackieren, Oberflächen behandeln, also nur, Zu erwarten, ich nutze, ich kaufe mir einen 3D-Drucker und habe dann mit einem Knopfdruck ein Bauteil, was ich einsetzen kann. Ja, das wäre ein bisschen so naiv, wie vielleicht auch an die Sache heranzugehen.

00:16:49: Speaker 2Ich kaufe mir eine Fräse mit einem Aufsatz und erwarte, dass ich damit alle Auflösungen abbilden kann oder Ähnliches. Also man muss natürlich, wie bei jedem anderen Verfahren auch, den 3D-Drucker als Produktionsmittel sehen und dann die notwendigen Veredelungsschritte, um für die verschiedenen Anwendungen eingesetzt zu werden, Als das, was sie sind, nämlich nachfolgende Prozessschritte, die notwendig sind. Da haben wir aber auch ganz viele Möglichkeiten inzwischen in der additiven Fertigung. Es macht unheimlich Spaß, da eigentlich auch den Kunden den Weg zu weisen, wie sie zu ihrem bestmöglichen Ergebnis kommen können.

00:17:20: Speaker 1Mhm, mhm. Gibt es da noch noch weitere Punkte? Jetzt haben wir das Thema S.L.A. Angesprochen. Hast du, hast du zum S.L.S. Auch noch ’n paar Punkte oder Fragen, die da immer wieder kommen?

00:17:31: Speaker 2Ja, also zum einen auch der Platzbedarf, den darf man nicht unterschätzen. Pulverhandling, wir empfehlen im Grunde immer nach Möglichkeit einen eigenen Raum sich dafür bereitzustellen. Gar nicht so sehr, weil das zwingend notwendig ist, sondern weil das einfach viele Variablen ausmerzt. Wenn ich einen eigenen Raum habe, dann brauche ich mir nicht viel über Verschmutzung oder Pulverkontamination nachzudenken oder Funkenflug oder ähnliches. Das heißt, der Platzbedarf spielt immer eine große Rolle. Um nachzuvollziehen, was für einen physikalischen Fußabdruck hat denn mein Setup.

00:18:05: Speaker 2Formlabs baut in der Regel kompakte, kleinere Geräte. Das heißt, auch hier können wir in der Regel auch ganz gut kleine Flächen bespielen. Aber das ist sicherlich ein großer Punkt, wie die Datensicherheit, ganz klar. Natürlich ist immer die Frage, wo gehen meine Daten hin, was kommuniziert der Drucker nach außen, wie stelle ich sicher, dass mein Intellectual Property gesichert ist und Ähnliches.

00:18:27: Speaker 2Und ja, vielleicht die wichtigste Frage, Was konkret benötige ich als Anwender, um loszulegen? Da kann ich hier vielleicht noch mal den Bogen schlagen. Was ich denke, was wir ganz gut machen bei PhoneLabs ist, dass bei uns alles aus einer Hand kommt. Wir entwickeln unsere eigene Software, die dann auf die Geräte abgestimmt wird und wir entwickeln unsere eigenen Materialien. Das heißt, als Anwender versuchen wir, möglichst wenig Spielraum für Fehler zu geben. Das heißt aber jetzt auch nicht, dass man sozusagen eine Software erwarten kann, die.

00:18:58: Speaker 2So schlau ist, dass man sich damit gar nicht auseinandersetzen muss, sondern ein gewisser Know-Aufbau ist notwendig, ist auch gut, der kann auch übertragen werden auf andere Verfahren und auf andere Technologien. Was wir allerdings immer versuchen sicherzustellen, ist eben, dass kein Raum für Fehler da ist im eigentlichen Workflow. Das heißt, von der Datenübertragung aus dem Konstruktionsprogramm bis hin zum fertigen Produkt, was ich aus dem Drucker nehme, nimmt mich das Gerät an den verschiedenen Stellen an die Hand und, Das ist, denke ich, etwas, was wir sehr gut machen, dass man mit relativ wenig Vorkenntnissen ein sehr gutes Ergebnis erwarten kann.

00:19:34: Speaker 1Das nehme ich auch ganz stark wahr, wenn man den Blick aufs Ergebnis hat, dann merkt man, dass man den Weg sozusagen rückwärts geht und auch die richtigen Komponenten dann zusammensucht und alles gut miteinander zusammenspielt. Und bei einem guten Ergebnis ist natürlich auch immer wichtig, wie lässt man das jetzt fertigen, ob intern, extern oder vielleicht beides. Lass uns da mal noch tiefer reingehen. Was spricht denn, Aus deiner Sicht für ’ne Inhouse Fertigung oder versus extern fertigen zu lassen. Also lass uns da mal, da mal gerne ’n paar Argumente aufzählen in der Sache.

00:20:06: Speaker 2Genau, das ist natürlich auch, wir als Hersteller werden dann häufig gefragt, können wir nicht bei euch auch erstmal vielleicht Teile drucken lassen, bevor wir die in, Bevor wir in eine in ein ganzes System investieren. Und das ist natürlich völlig normal. Grundsätzlich kann ich einmal sagen, wir als Hersteller sind kein Dienstleister. Also wenn jemand Interesse an unseren Maschinen hat, dann lohnt es sich sozusagen, sich an unser Dienstleisternetzwerk zu wenden. Wir als Hersteller machen das nicht selbst. Aber es liegt natürlich auf der Hand, bevor ich eine Investitionsentscheidung treffe, egal ob es jetzt 2000, 20.000 oder 200.000 Euro sind, am Ende des Tages muss ich sicherstellen, dass das, was ich investiere,

00:20:41: Speaker 2Gewinnbringend für mein Unternehmen ist, sich in einer ausreichenden Zeit amortisiert und da lohnt es sich natürlich zunächst über Dienstleister sich einmal ein gutes Bild über die Qualität der Bauteile und des Verfahrens zu machen. Das ist, denke ich, total naheliegend. Dann kann es aber auch sein, dass mein Bedarf für diese additive Fertigung, speziell jetzt für dieses neue pulverbasierte Verfahren, wenn wir jetzt mal bei SLS bleiben, in dem Zeitpunkt, wo ich die Maschine anschaffen möchte, Kann ich vielleicht noch gar nicht den Bedarf ermitteln. Ich kann noch gar nicht sagen, wie zufrieden sind meine Konstrukteure mit den Ergebnissen, wie gut, wie nehmen meine Kunden das ab, wie bleibe ich innerhalb der Toleranzen, die notwendig sind, damit ich das vielleicht mit einem Frästeil substituieren kann.

00:21:21: Speaker 2Das sind ja alles Fragen, die erst dann mit den tatsächlichen Bauteilen beantwortet werden können. Das bedeutet also, dieser diese initiale Möglichkeit zunächst das über Dienstleister zu machen, finde ich absolut zielführend und richtig. Allerdings stellt sich dann auch die Frage, kann ich daraus ein ein Potenzial, einen Teilebedarf ermitteln, der es mir erlaubt und auch ja wirtschaftlich rechtfertigt, in ein eigenes System zu investieren. Wenn wir jetzt mal irgendeine Größenordnung sagen, 40€ für ein komplettes S.

00:21:51: Speaker 2L. S. Workflowsystem, da kann man sich als Mittelständler sehr schnell herleiten, in wie viel Jahren ich das amortisiert habe, wenn ich nicht mehr die Teile extern weitergebe. Das heißt, die die Herangehensweise, sich das zunächst einmal, Sich damit auseinanderzusetzen, um dann vielleicht einen Bedarf zu erzeugen, der es lohnt, in die Technologie zu investieren. Den finde ich spannend und total richtig. Jetzt kommt aber da noch ein weiterer wichtiger Punkt. In den allerwenigsten Fällen können wir mit einem Material alle Anwendungen abdecken. Das fängt schon bei Hart und Weichunterschieden an und dann geht es natürlich um auch ganz spezielle Themen von Leitfähigkeit zu chemischer Resistenz und allen anderen Eigenschaften, die ich vielleicht brauche, um verschiedene Anwendungen abzudecken.

00:22:34: Speaker 2Und hier ist es nun mal so, dass wir im Pulver bei den Pulversystemen ’n relativ aufwendigen Materialwechsel haben, weil wir zumindest die Materialzuführung komplett reinigen müssen. Das kann man sich sehr leicht vorstellen, die verschiedenen Pulver im S.L.S. Haben verschiedene Schmelzpunkte. Wenn ich dort Überreste habe, dann kontaminier ich mir mein Pulver und krieg kein konsistentes Ergebnis. So, wenn wir jetzt also da unter diesem Gesichtspunkt an die Sache herangehen, dann lohnt es sich natürlich auch, wenn ich schon ein S.L.S. System hab. Möglicherweise Teile extern fertigen zu lassen, weil ich ein zweites Material nicht in dem gleichen großen Umfang benötige wie mein Hauptmaterial und dann ergänzend dazu sozusagen anstelle einen vielleicht aufwendigeren Materialwechsel mich dann bei einem Dienstleister bediene.

00:23:18: Speaker 2Das ist jetzt auf eine Technologie nur bezogen gewesen. Jetzt spannen wir den Bogen mal weiter und wir sind ja, Formlabs ist auch nicht alleine auf der Welt. Es gibt auch noch andere Verfahren und andere Materialien. Also insofern, ich denke, Was was dafür und dagegen spricht, ist im Endeffekt aus meiner Sicht eine eine Kombination aus den beiden. Generell die Vorteile, sich die Technologie inhouse zu holen, sehe ich ganz klar einmal in der Flexibilität und in der Effizienz. Ich kann im Endeffekt noch am kurz vor Feierabend einen Druckjob starten, bin am nächsten Morgen komme ich ins Firma und ich weiß, ich habe meine Teile fertig und kann einen neuen Umlauf starten.

00:23:58: Speaker 2Das heißt, diese Flexibilität und diese direkte Kontrolle, Sind natürlich in Zeiten von schwankenden Lieferketten und einem gewissen wirtschaftlichen Druck von außen, das ist natürlich ein großer Vorteil. Gleichzeitig habe ich volle Kontrolle über den Prozess. Das heißt, wenn irgendwas schiefgeht, kann ich genau analysieren und auch eliminieren, an welcher Stelle das stattgefunden hat und kann mich so dadurch natürlich auch verbessern. Die Mitarbeitermotivation würde ich auch als einen Vorteil sehen. Irgendwo ist Additive Manufacturing immer noch sexy im Vergleich zu vielleicht etwas anderen angestaubteren Produktionsverfahren und gerade auch bei jungen Leuten, auch da habe ich gleich ein spannendes Beispiel aus der Anwendung, ist es glaube ich einfach ein spannendes Thema, eine spannende Materie zu sagen, hey, wir machen Additive und wenn du Lust hast, kannst du dich auch hier mit dem Thematik auseinandersetzen.

00:24:49: Speaker 2Return of Investment ist sicherlich ein großer finanzieller Vorteil, der dafür spricht, sich das inhouse zu lassen, sobald ich einmal, Auf meine Teileanzahl gekommen bin, um die Maschine abzuschreiben, habe ich sozusagen ein ganz anderes Kostenmodell, was dahinter steht und es bezieht sich nur noch auf Materialkosten. Und dann der für mich eben schon mal ganz kurz angesprochene, aber wirklich zentrale Punkt ist der Know-how-Aufbau. Um da vielleicht noch mal ganz kurz darauf einzugehen, diejenigen, die mit ADDITIVE vor einigen Jahren vielleicht begonnen haben, die sind vielleicht schon an dem Punkt, dass in den verschiedenen Abteilungen sich das Know-how etwas mehr gesetzt hat,

00:25:26: Speaker 2Welche Technologie habe ich eigentlich im Zugriff und wie kann ich zum Beispiel als Konstrukteur auf diese Technologie gestützt konstruieren. Als kleines Beispiel, sehr häufig, wenn Firmen sich ’n Benchmark von uns anfragen für den S.L.S. Bereich, bekommen wir ’n großes klobiges Fräsbauteil geschickt und sagen, das wollen wir jetzt mal im P.A. 12 ausprobieren, laut des Materialdatenblatts müsste das doch eigentlich klappen, das müssen wir eigentlich gar nicht aus Stahl haben, druckt uns das doch mal. Und dann schauen wir uns das Bauteil an und sehen, es besteht eigentlich nur aus Volumen mit ein paar Bohrungen und ja klar, es kommt vom Fräsen.

00:26:00: Speaker 2Natürlich, man möchte möglichst wenig Material abnehmen und hat dann ein Design gewählt, weil man seit 20 Jahren Frästeile macht, was dem am ehesten nahe kommt. Und da dieses Umdenken, um dann sagen zu können, nee Moment, beim 3D-Druck ist es genau umgekehrt, ich möchte eigentlich möglichst wenig aufbauen und nicht möglichst wenig abnehmen, um eben zum einen Material zu sparen, Aber auch um Verzugskräfte, thermische Kräfte, möglichst wenig, möglichst hohe Dimensionsgenauigkeit.

00:26:30: Speaker 2Das sind alles so Punkte, wo ich als Konstrukteur im Grunde umdenken muss, um für dieses Verfahren gestützt zu konstruieren, um dann alle Freiheitsgrade auch ausnutzen zu können, die mir der 3D-Druck bietet, um komplexe Kühlkanäle einbringen zu können, die ich gar nicht fräsen könnte. Um vielleicht ein organisches Design zu wählen, was eine höhere Festigkeit hat als ein massives Bauteil, gleichzeitig aber vielleicht nur ein Viertel oder ein Fünftel an Materialverbrauch. Also um diese Stärke der additiven Fertigung auszunutzen, muss ich die verschiedenen Stakeholder, die verschiedenen Anwender, die verschiedenen Akteure im Unternehmen für das Thema begeistern können.

00:27:10: Speaker 2Und das geht, glaube ich, nicht über rein externe Dienstleistungen. Das ist, denke ich, Da kann man wirklich nur sagen, man kriegt vielleicht ein wenig Teile wieder zurückgeschickt und sagt, so geht es nicht, mach das mal anders. Aber sich wirklich sozusagen an der Maschine auseinanderzusetzen, um etwas Neues zu erschaffen, was dann ja auch mehr Features enthält, das ist, denke ich, ein Prozess, der geht nur inhouse. Der kostet natürlich Zeit und damit auch Geld und der bedarf eben auch einer gewissen Motivation, sich darauf einzulassen.

00:27:43: Speaker 2Aber das sehe ich als den absolut zentralen Mehrwert im Vergleich, wenn ich es jetzt nur extern oder nur intern machen lassen würde.

00:27:51: Speaker 2Jetzt habe ich sehr viel über die Vorteile von intern gesprochen. Man muss natürlich auch sagen, es gibt durchaus auch Vorteile, darauf zu verzichten. Sicherlich einmal kein finanzielles Invest. Natürlich kaufe ich nur bedarfsorientiert die Bauteile ein zu dem Zeitpunkt, wo ich sie brauche. Und wenn ich eben noch nicht weiß, wie viel additive Bauteile ich brauche, dann lohnt es sich wahrscheinlich auch noch nicht, in eine Maschine zu investieren. Man macht es durchaus, den Bedarf erst einmal extern abbilden zu lassen. Die Vorteile sind sicherlich auch plattformübergreifend kann ich verschiedenste Verfahren und verschiedene Materialien anfragen.

00:28:24: Speaker 2Hängt natürlich ein bisschen vom Umfang und Größe des Dienstleisters ab. Ich muss mich mit keinerlei zusätzlicher Schulung für meine Mitarbeiter auseinanderzusetzen, was wir mal so ein bisschen in Klammern setzen müssen, denn natürlich haben wir eben schon gesagt, auch ein Dienstleister, Mit euch, wird Ihnen vielleicht Teile wieder zurückschicken und sagen, so können wir nicht den Qualitätsstandard erfüllen, den wir oder ihr auch erwartet. Und naja gut, man arbeitet eben komplett bedarfsorientiert. Das bedeutet, in dem Moment, wo ich Teilebedarf habe, kann ich die entsprechend anfragen.

00:28:55: Speaker 2Wenn ich mal längere Zeit das nicht benötige, dann habe ich keine Maschine, die ich bespielen muss, die mir Kosten erzeugt. Und wenn wir es so dann eben schwarz-weiß vergleichen, kann man sagen, dass das die beiden, Dass das die beiden generellen Vorteile sind.

00:29:10: Speaker 2Ja, aus meiner Sicht ist es eben kein Schwarz-Weiß, dafür ist die additive Technologie auch einfach zu ja vielfältig,

00:29:20: Speaker 1Aus meiner Sicht auch vielfältig.

00:29:21: Speaker 2Genau, und das ist sicherlich auch ’n bisschen ein Grund, wenn ich da noch kurz drauf eingehen darf, was viele Unternehmen auch vielleicht von diesem Invest abschreckt, zu sagen, ja, Es gibt ja nicht nur verschiedenste Verfahren, es gibt ja bei den Verfahren noch mal die verschiedensten Hersteller und alle sprechen mich an und sagen mir, du hast es eigentlich schon verpasst, der Zug ist schon abgefahren, du hast ja immer noch nicht investiert und es wird so dieser dieser Druck und dieses ja diese künstliche Verknappung vielleicht dann aufgebaut.

00:29:54: Speaker 2Das halte ich nicht für sinnvoll und kann das aber total nachvollziehen. Man sieht natürlich, wie sich der Markt so ein, Bisschen langsam sortiert. Es gibt ein paar Player, die gab es auch schon vor zehn Jahren. Es kommen jetzt auch nicht jedes Jahr zwanzig neue dazu, wie es vielleicht noch vor ein paar wenigen Jahren der Fall war. Aber natürlich ist man als Anwender erst mal erschlagen von den Möglichkeiten und allein den Herstellern, die sich da anbieten. Und daher ist es, glaube ich, auch wichtig, dass wir herstellerunabhängige Beratungen anbieten, etwas, was ja auch über euren Podcast geschieht oder über andere Formate.

00:30:26: Speaker 2Und da sehe ich definitiv noch sehr, sehr viel Spielraum, um sozusagen diese Sorge zu nehmen und diese Bedenken etwas runterfahren zu können.

00:30:38: Speaker 1Ja, ja, ja, wenn man, wenn man so ganz kurz ein Fazit zieht, ich hab auch so sehr stark das Gefühl, es gab früher in der konventionellen Fertigung auch nicht immer alles auf einmal. Dort hat man auch gerne auf Externe zugegriffen. Man hat sich aber auch sehr stark die Maschine dann ins ins Unternehmen geholt, wenn man wusste, wie man damit umgeht und wenn man die ersten Schritte auch gewagt hat. Also, ich glaub, das siehst du ähnlich, dass es ein Spiel aus beiden sein muss, je nachdem, welche Anwendung man hat, in welcher Situation man drinnen ist und wie, Wie bereit man ist, diese nächsten Schritte auch in voller Gänze gehen zu wollen.

00:31:12: Speaker 2Ja, definitiv und man muss ja auch dazu sagen, bei Werkzeugmaschinen, bei Fertigungsmaschinen, die jetzt 2030 4050 Jahre Entwicklungszeit hinter sich haben, in der Regel wird das Ganze ja auch immer spezieller und diversifizierter. Das bedeutet, als Unternehmen habe ich dann nicht die eine Fräsmaschine, die mir alle Anwendungen abbildet, sondern ich, Nutze natürlich ein ganzes Netzwerk aus verschiedenen Unternehmen, die mir verschiedene Dienstleistungen in diesem einen Bereich noch mal anbieten. Da sind wir sicherlich an dem 3D-Druck noch nicht.

00:31:43: Speaker 2Nach wie vor sind das noch sehr, sehr Maschinen, die generell sehr allgemeine Werkzeuge sind, aber aufgrund der verschiedenen Technologien und Materialien findet ja auch hier schon eine Spezialisierung bei den Dienstleistern statt. Einige konzentrieren sich auf Pulver, andere auf andere Materialien. So denke ich, Kann man das, ist es relativ analog zu einer Entwicklung, die wir auch bei anderen Werkzeugmaschinen in der Vergangenheit gesehen haben. Nur dass wir jetzt noch an einem Punkt sind, wo sich das Ganze noch nicht in so, ich sag mal, in solche Spezialmaschinen gemündet hat, die dann nur wirklich ganz kleine Anwendungsbereiche, die dann aber in einem ganz hohen Maß abbilden können.

00:32:18: Speaker 1Ja, ja, ich glaub, so ein Schwarz-Weiß-Denken wäre hier absolut falsch, sondern immer das Beste für das Ergebnis oder die Situation zu suchen, schlussendlich, um zu sagen, genau, Davon hat man das bestgrößte Ergebnis und natürlich auch den Blick in die Zukunft zu wagen, nicht dass man doch jetzt und hast du vorhin so diesen diesen Druck angesprochen. Ich find so ein bisschen Druck ist schon auch ganz gut, weil wer wer jetzt nicht startet, wird es in den nächsten paar Jahren vielleicht noch schwieriger haben, dort dort loszulegen.

00:32:49: Speaker 1Was, Was fällt dir denn zu diesem Thema noch auf, wenn wir doch jetzt, Tiefer in diese, in diese Inhouse und Externfertigung gehen oder in dem Fall beides, weil das ist ja so ein Menschenthema, ne. Und und gibt es da noch Punkte, wo du sagst, da erkennst du was?

00:33:06: Speaker 2Ja, also was mir auch wichtig ist anzusprechen, weil wir das einfach, also ich kenn das aus meiner persönlichen Erfahrung und ich find es immer, ich find es immer schade, wenn es diesen Weg geht. Aber, Das Prinzip der übertriebenen Erwartungen und das meine ich jetzt nicht auf Kundenseite, dass diese einfach da sind, sondern ich meine eigentlich, dass diese erzeugt werden. Das kann ein pfiffiger Verkäufer sein, das kann ein toller Marketing-Claim sein, aber was mich so ein bisschen stört, ist, dass manchmal so ein bisschen die Bodennähe und der Realismus fehlt, wenn Dinge kommuniziert werden.

00:33:38: Speaker 2Und additive Fertigung, ja. Wir werden da häufig irgendwo von der Optik mit Apple verglichen, weil die Produkte von Firmlab sehen schön aus und sind in sich geschlossen und alles ist ’n toller Workflow und trotzdem kann man natürlich ’n schlechtes Ergebnis erzielen. Es ist nicht so, also man kann mir, man kann nicht sozusagen mit einer Erwartungshaltung herangehen, dass kein Raum mehr für Fehler da ist oder dass ich mir ’n Pulversystem in Haus hole und dann, Ja, stell ich es mir da hin und dann funktioniert es.

00:34:09: Speaker 2Nein, auch das, da gibt es viele Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen können und da müssen wir einfach schon in den Vorgesprächen so ehrlich sein, dass man hier nicht mitnehmen, mit einem, mit einer Technologie arbeitet, die komplett fehlerfrei ist und. Damit meine ich jetzt nicht die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse, das können wir schon gewährleisten. Ich meine überhaupt auf ein Ergebnis zu kommen, was für mich dann reproduzierbar ist. Also, wie kann ich zum Beispiel ein sehr großes, massives Bauteil mit großen Wärmeeinflusszonen, wie kann ich das so gestalten, entweder im Design oder in der Ausrichtung, dass ich trotzdem innerhalb meiner Toleranzen bleibe.

00:34:43: Speaker 2Da gibt es ja trotz einem geschlossenen Workflow sehr, sehr viele Einflussmöglichkeiten. Und diese Erwartungshaltung, die versuche ich und das möchte, das ist mir wichtig, auch bei meinem Team, Dass wir diese versuchen im Vorgespräch mit dem Kunden schon zu setzen, dass da eben nicht die böse Überraschung kommt, dass schon sozusagen nach einer Woche, wo der Drucker eingesetzt wird, ’ne Erwartungshaltung ist, dass ich jetzt hier meine Teile ausgeben kann, sondern dass das ’n Prozess ist, dem man sich vielleicht, wenn man es im Vorfeld nicht gemacht hat, erst einmal annähern muss in dem Wissen, dass es Neuland ist. Also wie das Thema Erwartungshaltung ist mir einfach ganz, ganz wichtiges, weil ich es immer mal wieder mitbekomme, wie da Erwartungen einfach nicht erfüllt werden.

00:35:22: Speaker 2Und wie natürlich auch gerne mal Marketing oder andere über die Stränge schlagen und einfach mit so einem ganz markanten Spruch rausgehen, der einen dann aber wieder einholt, weil er eben auch nur auf einen ganz kleinen Bereich passt und nicht so allgemeingültig ist.

00:35:35: Speaker 1Ja, ja, da hat die Täuschung dann immer ein Ende, wenn man danach dann enttäuscht ist, wenn man das so sagen kann. Deswegen ist es ganz wichtig, doch natürlich auch zu kommunizieren, du sagst es absolut, denn viele, Wie ich es jetzt auch wahrgenommen hab, gehen sehr naiv an die Sache ran, weil man alles glaubt, was doch gesagt wird. Aber was ich, was ich ganz stark merke, ist auch wenn eine Schleifmaschine verkauft wird, auch die muss eingestellt werden. Auch mit der arbeitet man am Anfang mal mit ein paar Proben und fuchst sich in diese Sache rein.

00:36:05: Speaker 1Das ist bei 3D-Druck nahezu ähnlich in der Hinsicht, ne? Es kommt immer drauf an, wie offen man dafür ist. Jetzt gibt es natürlich nicht nur die eine Sache, sondern es gibt es natürlich, du hast es vorhin schon schon angesprochen. Auch ein paar Vorurteile, die natürlich immer wieder bekannt sind, die aber aus meiner Sicht gar nicht stimmen oder je nachdem in welcher Situation man steckt, nicht wirklich stimmen. Hast du da auch noch ein paar Punkte, wo du immer wieder mit so Vorurteilen konfrontiert wirst?

00:36:34: Speaker 2Ja, also auf auf kann man so ein bisschen trennen, also im S. L. A. Bereich hat man eingangs kurz angesprochen, ist es tatsächlich so, viele haben Angst, dieses Resin an sich zu handeln im Vergleich zu einem, Zu einer Kunststoffspule ist es nun mal was anderes, eine Flüssigkeit zu benutzen, aber diese Sorgen können wir eben nehmen, also in dem Sinne, dass wir einfach gar nicht mit dem Material in Kontakt kommen im Zuge dieses Workflows. Also das ist etwas, was wir sehr gerne auch dann zum Beispiel bei Schulen oder Ausbildungsbetrieben zeigen, die ja auch irgendwann an den Punkt kommen, wo vielleicht FDM als Möglichkeit nicht mehr ausreicht, um das volle Spektrum abzubilden.

00:37:11: Speaker 2Man möchte natürlich auch den, Kindern gerne noch andere Technologien zeigen und ja, unsere S. L. A. Drucker kommen in Schulen zum Einsatz und man muss sich eben nicht davor Sorge tragen, dass man hier die Gesundheit der Kinder gefährdet, wenn man sich entsprechend an unsere Vorgaben hält. Im S. L. S. Bereich ist es auch so ähnlich. Auf Messen sehen wir das immer wieder, dass dann geschaut wird, ja O. K., das ist ja jetzt hier ein Messegerät, wie sieht es denn in der Realität aus, ist dann nicht hier alles voller Pulver und so weiter, also. Und das ist natürlich auch ein bisschen aufgrund von schlechten Erfahrungen geschuldet, weil eben es auch Beispiele gibt, wo so Pulversysteme eingesetzt werden.

00:37:49: Speaker 2Da kommt man rein in den Raum und steht schon auf einer Pulverschicht. Also, es ist nicht alles nur eine unbegründete Sorge, sondern kommt auch ein bisschen aus Erfahrung oder dem, was was man so im Markt gesehen hat. Und ganz ehrlich, ich glaube, das ist auch der Grund unseres Erfolgs im S.N.S. Bereich, dass wir dort jetzt ein System haben, wo wir diese Sorge nehmen könnten und zwar, Relativ schnell auf den Blick. Wenn man sich mit dem mit dem Fuse-System auseinandersetzt, dann merkt man relativ schnell, ich muss mir hier keine Sorgen machen, das ist sehr gut durchdacht. Es gibt im Grunde keine Möglichkeit für das Pulver auszutreten und das sind so Sorgen, die wir dann, das macht Spaß, die zu nehmen.

00:38:24: Speaker 2Ein ganz wichtiger Punkt, den ich auch nicht unter den Tisch fallen lassen möchte, ist das Open-Platform-Prinzip. Ich hatte ja schon mal eingangs gesagt, wir als Hersteller sind in sich geschlossen. Das heißt, man kann im Grunde nur die Formlitz-Materialien einsetzen und dann kommen häufig Unternehmen, Und sagen, das finde ich ja super, aber dieser letzte Punkt, der stört mich gewaltig, denn ich will ja schon die Möglichkeit haben, auch mal ein Fremdmaterial zu verarbeiten. Und das kann ich nachvollziehen. Das ist auch für Forschungsinstitute oder Unternehmen sicherlich durchaus relevant, auch noch Herstellerunabhängigkeit bei den Materialien haben zu können.

00:38:59: Speaker 2Nur stellt sich da auch die Frage, wie kann man dann die, also wenn das eine wichtige Option ist, Wer setzt sich denn damit auseinander, die richtige Parametrisierung für dieses bestimmte Material dann zu finden. Das ist immer so ’n Witz, manchmal vielleicht so ’n bisschen unter den Tisch fallen gelassen. Ja, es sieht schön aus, wenn da steht, ich hab tendenziell die Möglichkeit, auch ’n Drittmaterial zu verarbeiten. Nur das Pulvermanagement ist natürlich deutlich komplexer, haben wir jetzt schon ’n paar Mal gesagt, als andere Druckverfahren. Und sich dann mit der Parametrisierung auseinanderzusetzen, um einen stabilen Workflow und ’n gutes Ergebnis zu haben.

00:39:33: Speaker 2Das machen ja unsere Ingenieure, unsere Spezialisten, unsere Softwareentwickler schon den ganzen Tag Vollzeit mit unseren Materialien, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ja, hab ich dann manchmal ein bisschen Bedenken, wie jemand, der vielleicht nicht so tief drin steckt, versucht aus diesem Fülle an 300 Parametern das Prozessfenster zu ermitteln, was dieses Drittmaterial dann auch sauber verarbeiten kann. Ja, also ich will das nicht komplett ausschließen. Natürlich hat das seine Berechtigkeit, nur man sollte sich vielleicht manchmal die Frage stellen, Suche ich hier jetzt nur nach Unterscheidungsmerkmalen zwischen einzelnen Herstellern oder brauche ich dieses Feature wirklich, um das auch sinnvoll einsetzen zu können?

00:40:08: Speaker 1Ja, ja, ja, das ist halt. Sehr stark an Bedingungen geknüpft, um schlussendlich auch ein tolles Ergebnis zu bekommen. Und ich kenne es aus der Beratung, da fragt man sich, ja ich brauche unbedingt dieses Material, aber wenn man dann tiefer geht, braucht man das Material dann wirklich dieses spezielle Material und jedes mit einem anderen auch, ne?

00:40:26: Speaker 2Das ist ein sehr guter Punkt, danke, dass du das noch aufreibst, da kann ich vielleicht eine kleine Anekdote erzählen, ich finde das sehr gerne so spannend. Ein, Eines unserer aufwendigsten Pulvermaterialien preislich, aber auch in der in der Verarbeitung, ist das P.A. 11 mit Carbonfaser. Das ist sozusagen unser High Performance Material, wenn wir so wollen, was sehr, sehr viele Bereiche abdeckt. Ein Bereich, den es auch abdeckt, ist die Leitfähigkeit. Es ist das einzige Pulver aufgrund des Carbonanteils, was wir haben, was überhaupt Strom leitet und nicht isolierend wirkt. Und das ist eigentlich insofern spannend, dass man dann, wenn man sich das auf den Datenblättern anschaut, natürlich sagt, ja gut,

00:41:00: Speaker 2Ich habe jetzt hier für mein Bauteil die Anforderung, es muss diese Leitfähigkeit haben. Ich komme also gar nicht drum herum, dieses aufwendige und teure Material von FormLabs einzusetzen. Es gibt ja gar kein anderes leitfähiges Material. Stimmt, aber auch nicht ganz, denn nach einer Beratung haben wir dann auch feststellen können, dass wir dem Kunden statt das volle Bauteil aus Carbonfaser verstärktem PA11 zu fertigen, ein ganz normales nicht leitendes PA12 nutzen, Und dann eine keramische leitfähige Schicht als Lack auftragen, so dass die Oberfläche leitfähig ist, wir aber sozusagen nicht in den Umstand kommen, dass das Material doppelt so teuer ist und so weiter und so weiter.

00:41:39: Speaker 2Das heißt, genau das, was du gerade auch meintest, brauche ich das Material wirklich, wenn es jetzt zum Beispiel um ein Drittmaterial geht oder wie auch immer, oder gibt es eine Kombination aus zum Beispiel Material und Nachbearbeitungsmöglichkeit, um, Zu einem gleichen oder einem besseren Ergebnis zu kommen. Und das sind das sind diese spannenden Fragen, die man im Grunde durch die ja durch das Einzel Einzelgespräch beim Kunden dann auch wirklich erst einmal dann bearbeiten kann.

00:42:08: Speaker 1Ja, ja, ist meistens auch eine gute Hybridlösung, die es dann gibt und man kann gute Alternativwege gehen, Wo man dann zum Schluss denkt, wär man nicht an diesen Punkt gekommen, hätte man vielleicht nicht doch besser noch eine viel, viel bessere Lösung gefunden. Und ich hab noch noch einen Punkt, der mir dazu noch einfällt, weil du vorhin gesagt hast, auch in Schulen werden eure Drucker eingesetzt. Ich finde es super. Auch hier kennt man das aus der Vergangenheit in der in der konventionellen Fertigung. Es gibt natürlich auch da Fliegen, Späne, auch da ist Kühlwasser da. Also dann darf man jetzt bei einer neuen Technologie da.

00:42:41: Speaker 1Finde ich gar nicht großartig meckern, wenn man noch viel, viel mehr dazu bekommt, viel mehr Designfreiheit und Möglichkeiten und man dann auch, wenn man einen guten Prozess hat, diesen Prozess einfach einhalten sollte diesbezüglich. Jetzt Leute, die diesen Prozess gut eingehalten haben, da hast du ja bestimmt auch ein paar richtig gute Anwendungsbeispiele, die du bringen kannst.

00:43:04: Speaker 2Ja, also wir machen uns natürlich immer auf die Suche nach Kunden, die auch Lust haben, über ihre Erfahrungen zu berichten und da werden wir zum Beispiel auch jetzt auch wieder auf der Formdex einige Tische für bereithalten, um ganz konkrete Kundenbeispiele zu zeigen und nicht nur irgendwelche generischen Bauteile. Was jetzt gerade sehr spannend ist, ist denke ich, den ja diesen diese diese Disruption, die wir manchmal sehen, in diesem Fall auch wieder, In in einem ganz bestimmten Markt, in einer ganz bestimmten Anwendung, zum Beispiel in einer Medizintechnik, in der klassischen, in einem Bereich, der noch sehr, sehr viel Handwerk zum Teil beinhaltet, nämlich bei der Einlagenfertigung.

00:43:45: Speaker 2Da ist es so, dass der klassische Workflow tatsächlich mit sehr vielen manuellen Schritten, bis wir zu einer individuellen Einlage kommen, die uns dann medizinisch verschrieben wurde, Besteht und wir hier jetzt auch ein so ein Leuchtturmbeispiel haben mit einem ganz spannenden Anwender, der sich Gedanken gemacht hat, wie kann ich das Ganze digitalisieren und wie kann ich auch vielleicht meinen, in dem Fall meinen Vater oder auch andere Entscheider überzeugen, dass es an der Zeit ist, auf ein auf ein neuen neues, moderneres Produktionsmittel zu wechseln.

00:44:18: Speaker 2Und da ergeben sich ganz viele verschiedene Themen, über die wir heute gesprochen haben, Die Klinke in die Hand. Von angefangen mache ich das extern bis mache ich das inhouse. Da hat man sich dann entschieden, auf Drive-View-Systeme zu gehen, das Ganze inhouse zu machen und zwar wirklich in einer Kleinserie sozusagen individuell Stückzahl 1, aber dann im großen Umfang produzieren. Und ganz, ganz viele Schritte, die sozusagen zeigen, wie man ein klassisches konventionelles, sehr, sehr manuelles Handwerk attraktiver machen kann, vielleicht auch für Auszubildende wieder spannender,

00:44:50: Speaker 2Wie man da auch neue Möglichkeiten einbringen kann, neue Werkstoffe einbringen kann. Also das kann ich jedem empfehlen, der entweder sowieso spannendes Interesse an der Medizintechnik hat oder sich generell Gedanken macht, wie kann ich ein klassisches Handwerk mit digitalen Möglichkeiten transformieren, finde ich, ist das eine absolute Erfolgsstory. Ansonsten arbeiten wir gerade sehr viel tatsächlich an Veredelungsmöglichkeiten mit unseren bestehenden Materialien. Ich habe da, Zum Beispiel vor 2 Wochen ’n Webinar zum Thema Cera Coating gemacht. Das ist ’ne ganz spannende Möglichkeit, die Bauteile noch mal zusätzlich zu veredeln, um zum Beispiel leiteigene Eigenschaften, wie ich eben gesprochen hatte, oder aber auch Brandschutz oder aber auch höher mechanische Eigenschaften.

00:45:30: Speaker 2Also ’n bisschen die Kombination aus verschiedenen, nicht nur 3D-Druck an sich, sondern auch anderen konventionellen Verfahren, die in die in Verbindung dann ’n Mehrwert erzeugen. Das finde ich, ist ’n ’n super gutes, Spannendes Thema, wo noch ganz viel Potenzial ist, wo wir auch auf der Form nix viel zeigen werden. Und ja, das Letzte, was ich noch sagen möchte an spannenden Themen, ich hatte es ganz eingangs gesagt, dieser Launch des Silikonmaterials, ’nen wirklich chemisch reines Silikon, was auf einer Desktopanlage verarbeitet werden kann, das sorgt natürlich jetzt für sehr, sehr viele Wellen, zum einen in der Medizintechnik, zum anderen aber auch in der Dichtungstechnik.

00:46:06: Speaker 2Und da können wir uns sicherlich in Kürze ganz, ganz spannende neue Stories noch erwarten.

00:46:09: Speaker 1Ich Ich glaub, da gibt es auch ganz viele tolle Dinge, die nur darauf gewartet haben, dass man hier die nächsten Schritte geht und da gibt es bestimmt auch wieder ganz tolle Anwendungen. Jetzt haben wir natürlich ganz viele Punkte angesprochen in der Podcastfolge. Wie würdest du denn so die die wichtigsten Punkte zusammenfassen, so deine deine Key Aussagen? Vielleicht sind es nicht alle, aber so mal die wichtigsten aus deiner Sicht.

00:46:30: Speaker 2Ja, also wenn wir zurück zum Titel kommen und die Frage Dienstleistungen oder additive Fertigung inhouse oder beides,

00:46:40: Speaker 2Meine Erfahrung oder meine Empfehlung wäre, das lässt sich gar nicht trennen. In der Regel wird es immer ’ne Kombination sein aus extern und Inhouse-Fertigung, wenn es das nicht ist, dann besteht, glaube ich, die Gefahr, dass Unternehmen abgehängt werden über längere Zeit. Denn dieser, diese, diese Möglichkeit, das Potenzial der additiven Fertigung auszunutzen, indem man das nur extern macht, Es geht, glaube ich, aus meiner Sicht nur, wenn man ganz, ganz fähige Mitarbeiter hat, die sich entweder durch ihre Vergangenheit oder durch Schulungsmöglichkeiten so tief reingefuchst haben, dass sie eben dieses Know-how besitzen, was man eigentlich nur wirklich erzeugen kann aus meiner Sicht, wenn man mit den Maschinen arbeitet und das über einen längeren Zeitraum.

00:47:21: Speaker 2Deswegen ist das für mich im Grunde immer eine Kombination und zwar eine logische Kombination der verschiedenen Verfahren, der verschiedenen Materialien basierend auf dem eigenen Bedarf des Unternehmens und auch den, Wachstumszielen, die man sich setzt. Ja. Und so kann man vielleicht das zusammenfassen, dass die diese generelle Verbreitung, diese stärkere Verbreitung der Technologie, die wir eingangs angesprochen haben, aufgrund des hohen Erfolgs, den Formnetz im S.L.S. Bereich geschaffen hat, der sorgt natürlich auch für ’ne ganz starke Verbreitung im Dienstleistungssektor.

00:47:52: Speaker 2Das heißt, vor 4 Jahren hätten sie nicht die Möglichkeit gehabt, ’n P.A. 12 Bauteil extern zu bestellen, wie es heute ist. Sprich also, wir sorgen auch dafür, dass sich das Preisgefüge verändert, Und das alles im Grunde zu einem Mehrwert der Kunden und des Anwenders führt.

00:48:08: Speaker 1Jetzt wollen natürlich einige auch die Mehrwerte mal in die Hand nehmen, wenn man das so sagen kann. Wo und wie findet man euch denn? Wo gibt es Möglichkeiten, sich die Technologie nochmal genauer anzugucken? Was habt ihr dort demnächst geplant?

00:48:23: Speaker 2Ja, immer in Berlin. Wir haben unseren Firmensitz in Berlin und alle, die Interesse haben, uns mal zu besuchen, sind herzlich eingeladen. Das kann einfach über mich gehen. Da können Sie mich über LinkedIn anschreiben. Wir empfangen da auch gerne mal Gruppen oder Ähnliches, wenn es da Wünsche für eine Führung gibt. Aber natürlich haben wir auch unsere angeschlossenen Vertriebspartner, die ja in meiner Verantwortung sind. Das sind über 18 Partner in Deutschland, Österreich, Schweiz, die in den verschiedenen größeren Städten ihre Showrooms haben. Dort haben wir bei uns auf der Homepage einen kleinen Vermerk “Find a Reseller”.

00:48:55: Speaker 2Dort gibt es eine Karte, wo man dann den nächsten Partner in seiner Nähe findet. Und natürlich, wie schon eingangs erwähnt, auf der FormNext, die wichtigste europäische Messe des Jahres für Additive Fertigung. Dort werden wir wieder mit einem sehr großen Stand und einem großen Team vertreten sein und alle sind herzlich eingeladen, uns zu besuchen. Wir sind in der Halle 11.1, Halle 11.1, Stand E11. Also besteht alles nur aus Einsen, kann sich ganz leicht merken.

00:49:22: Speaker 2Und natürlich gibt es die Möglichkeit, im Vorfeld vielleicht uns über unsere Homepage auch einen Termin zu machen mit uns am Stand. Sie sind aber auch herzlich eingeladen, einfach so vorbeizukommen, unangekündigt. Wir haben wirklich ein breites Potpourri an Anwendungen dabei. Viele von den Sachen, über die ich heute gesprochen habe, können wir da als Bauteil sehen. Und dazu wird es noch Standvorträge geben, eine Möglichkeit, ein Gewinnspiel zu teilzunehmen. Also wir, Betreiben viel Aufwand, um eine erfolgreiche Veranstaltung zu machen und ich möchte die Gelegenheit nutzen, alle Teilnehmer beziehungsweise Zuhörer gerne auch für ein persönliches Gespräch mit mir einzuladen.

00:49:59: Speaker 1Ja, ja, also auf jeden Fall vorbei gucken, aus meiner Sicht, ich guck auch vorbei und natürlich auch, wenn man, wenn man erstmal gucken will, kann man gucken. Ansonsten. Ist so ein Gespräch natürlich auch immer ganz, ganz arg wichtig. Ich kenn das aus der Vergangenheit, wenn die Leute dann von der Messe zurückfahren und dann schwingt so diese ganze Messe im Auto meistens noch nach, dann spricht man über die Dinge und da sind ganz viele neue Themen auch immer dabei, die man eigentlich auch nur wirklich bekommt, wenn man sich mit mit den Leuten auch unterhält, dann dann dort vor Ort.

00:50:30: Speaker 1Noch 2 persönliche Fragen an dich, die ich jedem Podcast Interviewgast stelle. Beende doch mal bitte folgenden Satz: 3D Druck ist für mich.

00:50:42: Speaker 2Ja, 3D Druck ist für mich meine Leidenschaft und zwar meine berufliche Leidenschaft, inzwischen seit ja 9 Jahren. Und warum ist es meine Leidenschaft geworden geworden? Ich find es einfach spannend aufgrund dieses disruptiven Potentials. Das bedeutet, diese vielleicht schon etablierten, manchmal leicht angestaubten oder verkrusteten Muster aufzubrechen, Um mit einem neuen Ansatz, mit einer völlig anderen Herangehensweise, ein besseres Ergebnis zu erzeugen, um damit im Endeffekt auch vielleicht ja, die die Welt ein Stückchen besser zu machen, indem wir vielleicht weniger Abfall oder länger haltende Teile haben.

00:51:21: Speaker 2Das klingt ein bisschen romantisch, aber ich glaube, das ist ganz, ganz starker Baustein von unserer Zukunft. Und da es so abwechslungsreich ist, macht es mir einfach jeden Tag Freude.

00:51:31: Speaker 1Richtig cool. Ich kann mich mit deiner Aussage sehr gut verbinden. Was war denn so dein tollstes Bauteil aus einem 3D-Drucker, was du je in der Hand hattest bisher?

00:51:43: Speaker 2Ja, das ist nicht so einfach zu beantworten, bei der wir war auch schon ein bisschen länger dabei, aber ich will ein Highlight raussuchen, weil das für mich ein Modell ist, was die Stärken von unseren beiden Verfahren S.L.A. Und S.L.S. Nutzt und widerspiegelt. Das ist ein Modell, was wir tatsächlich letztes Jahr auch auf der Messe ausgestellt haben, auf der Form Next. Wir werden es dieses Jahr in einer neuen Variante mitbringen, mit mit Upgrades. Ein Kunde von uns, der heißt E.B.L. Hydronics und die machen individualisierbare Komponenten für Landwirtschaftsmaschinen, sprich Traktoren und Ähnlichem.

00:52:16: Speaker 2Diese sind ja heutzutage absolute Hightech-Systeme mit Panels und Bildschirm an jeder Seite und die Anordnung dieser Bildschirme, die, Die kann über diese Firma IBL individualisiert werden und dort hat man dann eine 3D-gedruckte Armlehne gebaut, die komplett aus dem 3D-Drucker besteht, von Joystick über Gehäuse bis hin zu den leuchtenden Tastern. Ist alles entweder in SLA oder SLS gemacht. Kann man sich jetzt vielleicht gedanklich nicht so schön vorstellen, deswegen gerne noch mal die Einladung, uns auf der Messe zu besuchen. Da wird das dann ausgestellt werden, ausgeleuchtet und funktional.

00:52:48: Speaker 2Und ist ein absoluter Hingucker stark, mal sehen zu können, wie sich beide Verfahren auch toll miteinander verbinden lassen.

00:52:54: Speaker 1Ja, richtig starke Anwendung. Jetzt nur mal angenommen, die Hörerinnen und Hörern, Hörer möchten jetzt noch ein paar weitere Infos haben oder haben zum Beispiel ein konkretes Thema, eine Herausforderung. Wie nehmen sie denn am besten zu dir Kontakt auf?

00:53:10: Speaker 2Ja, zu mir gerne, also zum einen werden wir über die Shownotes entsprechende Linksammlung posten, mit der Folge, dass sofort alle Ansprechpartner gefunden werden. Mich kann man jederzeit über LinkedIn oder über meine Formnetz E-Mail-Adresse erreichen, die dort auch hinterlegt ist. Wie gesagt, auch gerne ’ne Einladung nach Berlin, wenn es gewünscht ist, oder wenn es um ’ne ’ne reine fachliche Unterhaltung geht, dann machen wir ’n Termin aus. Generell werden wir Sie alle auch kostenlos zur Formnext einladen, über einen Link, der unter dem, Unter der Folge dann gepostet wird, wo sie sich ihr eigenes Ticket erzeugen können.

00:53:43: Speaker 2Und ansonsten gibt es bei uns sicherlich noch passend zu dem Thema einiges an zusätzlichen Ressourcen, Whitepapers oder Blogposts zu den Stories, die ich erzählt hab, die wir dann zusätzlich auch noch zur Verfügung stellen.

00:53:56: Speaker 1Super, Raphael, mit dir zu sprechen, hat richtig Spaß gemacht. Danke dafür. Es waren, glaub, ganz viele Punkte dabei, Die man sich, die man sich herausschreiben sollte, wenn man die Thematik 3D-Druck noch noch tiefer angehen möchte, vor allem wenn man vor diesem in Anführungszeichen Dilemma steht. Voll toll, dass du dabei warst.

00:54:15: Speaker 2Vielen, vielen Dank, Johannes. Hat mir Spaß gemacht. Die Zeit ist sehr schnell umgegangen. Ich hoffe, es war für die Zuhörer trotzdem spannend und ich freu mich auf alles an Kontakten und Gesprächen, was sich hieraus noch ergibt.

00:54:26: Speaker 1Super, also vielen Dank und bis dann.

00:54:30: Speaker 2Danke schön. Tschüss.

Über diesen Podcast

Der 3D-Druck Podcast von Johannes Lutz ist der Technologie Podcast, wenn es um alle Aspekte in Sachen 3D-Druck, Additive Fertigung und Konstruktion geht.

Egal ob Sie neu mit dem Thema 3D-Druck und additive Fertigung beginnen, bereits erfahrener Anwender oder durchaus 3D-Druck-Dienstleister, Hersteller oder Zubehörlieferant sind.

Denn es geht nicht nur darum, einen 3D-Drucker zu besitzen, sondern diesen für das Unternehmen auch gewinnbringend einzusetzen

Wenn Sie Tipps & Tricks, Schritt für Schritt Anleitungen und wichtige Informationen über 3D-Druck wissen wollen, dann ist der Podcast genau das Richtige für Sie!

Mehr über uns: https://www.3dindustrie.de

von und mit Johannes Lutz

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